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Große Autoren – Prinzessin Marthe Bibesco(u) 4

30.1.13. 4

Nach dem beispiellosen anglo-amerikanischen Verrat an den osteuropäischen Ländern im Zuge des II. Weltkrieges und primär an den Rumänen (aber auch an den Polen, die trotz der Hilfe für die Alliierten und trotz Katyn, doch noch Stalin übergeben wurden und an die Tschechen, die nach 1940, als die Anglo-Franzosen sie zunächst kampflos in München im Zuge der Appeasement Politik Hitler auslieferten, jetzt erneut, dieses Mal aber der „freundlichen“ UdSSR, übergeben wurden), deren historische opfervolle Hilfe letztendlich den endgültigen Alliiertensieg mitentschied und den Krieg wohl um ein gutes halbes Jahr verkürzte, marschierte die Rote Armee in Rumänien ohne praktisch einen Schuß abgeben zu müßen ein. Die Idee, die dahinter steckte, war der rasche Aufmarsch nach Berlin. Der zukünftige kalte Krieg hatte bereits begonnen: wer würde als erster die deutsche Hauptstadt erreichen: die Sowjets oder die Anglo-Amerikaner? (Die Atombombenwürfe auf Japan bezweckten ebenfalls doppeltes: auf der einen Seite den hartnäckigen Widerstand der Japaner, vor allem auf den zahlreichen, schwer einzunehmenden pazifischen Inseln, ein für allemal zu brechen, jedoch auf der anderen Seite auch Stalin zeigen zu können, daß die USA bereits die Atombombe hatten und sie auch einsetzten und somit auch das letzte Wort in der großen Politik behielten). Eine weiteres Ergebnis dieses schäbigen und zynischen politischen Deals, den Churchill mit Stalin und Rossevelt auf dem Rücken der armen (und gleichzeitig doch sehr hilfreichen) Osteuropäer und gegen den Willen Frankreichs bereits lange vorher klangheimlich abgeschloßen hatte, war die erhebliche, ja sogar traumhafte Ausweitung des russischen Einflußbereichs bis hin nach Zentraleuropa (Berlin). Ein politischer Fehler dieser Größenordnung und mit solchen schwerwiegenden Konsequenzen wurde selten, wenn überhaupt, in der Weltgeschichte verzeichnet. (Vielleicht könnte das Auseinandernehmen des k.u.k. Reiches nach Versailles vergleichbar in den Konsequenzen sein). Als Insulaner und als Amerikaner, quasi ohne feindlichen und ebenbürtigen Nachbarn und durch riesige Ozeane und Entfernungen in Sicherheit gewiegelt, kann man sich natürlich solche Abmachungen leicht leisten, wie man sich auch eine anationalistische Politik leisten und sich daher auch als sehr tolerant zeigen kann. Das Ergebnis war nicht nur die ebenfalls vorher ausgemachte kriminelle Experimentierung des Kommunismus auf diese Völker und ihre Gesellschaften ähnlich eines Tierlabors, sondern ihre gleichzeitige massive Ausplünderung durch die UdSSR. Kein Wunder also, dass diese Länder bis heute nach wie vor hinterherhinken! Es wurde alles geklaut was nicht hieb-und stichfest war, angefangen mit den Federn aus den Kissen und den Armbanduhren bis hin zur direkten Ölpipeline aus dem Prahova Tal nach Moskau. Im direkten Kontakt mit der Roten Armee spielten sich ebenfalls zahlreiche Episoden ab, die an den gutbekannten in Ostpreußen zweifelsohne erinnern … Das Rumänien beispielsweise vor dem Krieg formell offiziell und öffentlich erklärt ein neutrales Land (!!!) war und wie auch Polen und die baltischen Länder erst im Zuge des Ribbentropp-Molotow Paktes faktisch primär durch die UdSSR aggresiert wurde, interessierte anschließend niemanden mehr – und das ist bis heute so, den dieser Pakt ist für Rumänien bis heute praktisch nicht aufgehoben! Die Finnen, ursprünglich ebenfalls der bolschewistischen Aggression ausgesetzt, hatten ausreichend Mumm sich zu verteidigen, verloren jedoch ebenfalls – bis heute – Karelien an Russland.

Wie alle Adligen (und nicht nur …) wurde auch Marthe Bibesco auf Anhieb von den Bolschewiken und der Roten Armee mit ihren Schergen ausgeraubt und enteignet. Sie mußte umgehend fliehen, um nicht umgebracht zu werden. Sie verlor ihren gesamten rumänischen Besitz und ließ sich letztendlich in ihrem geliebten Paris nieder, auf der Île St. Louis. Um sich zunächst über Wasser halten zu können und den ihr vollkommen unbekannten Entbehrungen und Härten zu widerstehen, mußte sie wertvollen Familienschmuck verkaufen, bis sie nun nach den turbulenten Kriegsjahren wieder den Anschluß an die literarische Pariser Szene finden konnte. Erneutes publizieren war dringend angesagt.

Ihre einzige Tochter, Valentina, 1903 geboren, schaffte es nicht mehr rechtzeitig zu fliehen, blieb in Rumänien stecken, wurde von den Kommunisten verhaftet und eingekerkert. Erst in den fünziger Jahren, nach langem Hin und Her und auf Druck Großbritanniens, konnte sie mit ihrem Ehemann, Dimitrie Ghica-Comăneşti, nach England ausreisen. Sie starb dort 1976.

Martha Bibescu verschied 87-jährig, sanft, in einem Schaukelstuhl, in ihrer Pariser Wohnung. In den letzten Jahren hatte sie eine Haushälterin, die ihr im Alltag half, da sie nicht mehr alles selbst bewältigen konnte. Ihr Ableben spielte sich kuriös ab: jemand klingelte an der Tür und die Haushälterin ging hin um nachzuschauen. Niemand da. Als sie zurückkehrte, um dies der Schriftstellerin zu melden, lag diese bereits leblos in ihrem Schaulkelstuhl.

Der Tod hatte wohl geschellt …

Demnächst mehr. Don Vio grüßt euch alle herzlichst …

Copyright (C) Don Vio. Dr. Viorel Bucur – Arzt & Publizist, Privatdenker. Alle Rechte vorbehalten.

 

8 Comments

  1. Julian Julian

    Klasse Artikel, kompriniert und dennoch sehr detailliert. Weiter so!

  2. vBucur vBucur

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