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Permakultur – Gastautor: Paul Rădulescu aus der Algarve 1+2+3+4+5+6+7+8+9+10+11+12+13+14+15+16+17+18+19+20+21+22+23+24+25+26+27

Februar 2014 Aus der Algarve (1)

Stellungnahme zu meinem Buch „Sonne, Wind und Trockenheit. Mein Permakultur-Hof in der Algarve“ (Lektor Verlag, 63512 Hainburg, Deutschland, ISBN 9783941866010)

Liebe Permakultur-Freunde!

Mein Verleger hat mich gebeten, auf diesem Weg auf verschiedene Fragen meiner Leser einzugehen. Einige wollen wissen, wie es weiter geht, wie der Alltag hier aussieht, welche Arbeiten wann ausgeführt werden müssen. Viele hatten den Eindruck den Hof gäbe es gar nicht mehr!

Also nein! Den Hof gibt es sehr wohl noch und ich werde die Neuigkeiten, Änderungen und laufenden Arbeiten, so gut ich eben kann, weiter darstellen.

Nach acht Jahren Abwesenheit konnte ich wieder auf meinem Hof zurückkehren und weiter machen. Das wollte ich unbedingt, denn ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die Permakultur eine sehr gute Alternative zur Agrarindustrie ist, wenn mann sie richtig betreibt. Das haben mittlerweile auch schon viele andere bewiesen, im deutschsprachigen Raum allen voran Sepp Holzer.

Auf meinem kleinen Hof haben inzwischen erstaunlich viele Änderungen stattgefunden. Zwei Nachbarn „hinter“ uns, die als Zufahrt zu ihren Grundstücken den Weg benutzten, der an unserem Haus vorbeiführt, haben Häuser gebaut (das Bauen nimmt kein Ende!). Um diese Störung zu minimieren, haben wir weiter südlich eine neue Zufahrt für diese Häuser bauen lassen. Den dreieckigen Teil meines Grundstücks südlich von diesem neuen Weg habe ich aufgegeben. Den überlasse ich sich selber, bis auf das ehemalige Spargelbeet, weil hier der Boden sehr gut ist.

Als erstes habe ich die Gemüsebeete von meterhohem Wildwuchs befreit, um hier wieder Küchenkräuter und Gemüse anbauen zu können. Das war relativ schnell gemacht. Wie immer, ist das Gejätete zu den Hühnern oder auf einem Komposthaufen im Hühnerhof gekommen. Dann haben wir die gesamte Zone 2 im nördlichen Teil mit einem 1.5 Meter hohen Maschendrahtzaun gegen Kaninchen abgesichert.

Den Obstgarten haben wir gejätet und mit gekauftem Stroh bedeckt. Aus diesem Mulch ist im ersten Winter eine dichte Gras- und Wildkräuterdecke gewachsen. Nachdem der Obstgarten von Zistrosen, Ginster, selbst ausgesäten Bäumchen und anderem befreit war, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen noch einige neue Obstbäume zu pflanzen. Normalerweise wird den Bäumen, die zum Verkauf angeboten werden, die Spitze abgeschnitten. Solche Bäume will ich nicht haben! Es ist schwierig, welche zu finden, die nicht beschnitten sind. Selbstverständlich haben wir auch die Bäume ersetzt, die vertrocknet sind.

Das Roden im Obstgarten geht immer noch weiter und wird wahrscheinlich nie zu einem Ende kommen. Die Mastixsträucher sind zu Bäumen geworden und wenn man sie absägt, wachsen aus jedem Baumstumpf innerhalb der Sommermonate drei-vier bis zu zwei Meter lange Triebe, die man dann wieder abschneiden muss. Ebenso die Kermeseiche. Die Leucaenas, die in den ersten drei-vier Jahren gerade mal einen Meter geschafft haben, schiessen jetzt in einem einzigen Sommer bis zu drei Meter lange Triebe ‚raus! Die beginnen sofort zu blühen und Samen auszubilden. Diese Triebe muss ich im Jahr zwei Mal schneiden, denn ich will verhindern, dass sie sich aussäen. Jeder Samen geht auf und bleibt am Leben. Seit drei Jahren verhindere ich nun die Samenausbildung, aber immer wieder erscheinen neue Sämlinge, die irgendwie diese Zeit überlebt haben. Die Leucaenas sind in meiner Abwesenheit außer Kontrolle geraten und ich kann sie jetzt nur noch im aufopfernden Dauereinsatz in ihren Schranken halten.

Für diese großen Mengen an Baumschnitt ist ein Schredder oder Häcksler unumgänglich. Wir erzeugen jetzt viel Brennholz und Mulch. Das erspart uns die mühsame Anschaffung des Mulchs (Sägespäne) von außen her.

Die Volière habe ich zum Gewächshaus umgebaut. Wir haben also keine Wachteln, Hasen und Wildtauben und auch keine Meerschweinchen mehr. Die Wildtauben haben sich im Freien vermehrt. Vor 10 Jahren waren keine da. Jetzt scheuche ich jedesmal bis zu acht Wildtauben auf, wenn ich mich dem Hühnerhof nähere. Offensichtlich wohnen sie hier in der Nähe. Das freut mich sehr, denn ihr Ruf erinnert mich an meine Kindheit. Meine Freunde und ich konnten ihren Ruf damals nachahmen. Es war unser geheimes Erkennungszeichen. Die Wildtauben (korrekt heißen sie eigentlich Türkentauben) sind um 1900 herum aus dem Balkan nach Rumänien eingewandert. 50 Jahre später waren sie in Deutschland, jetzt haben sie die Algarve erreicht. Weiter geht’s wohl nicht mehr.

Auch Esel und Schweinchen haben wir nicht mehr ersetzt.

Obwohl man Saaterde und Blumenerde in Säcken und Kompost von der Kompostierungsanlage LKW-weise kaufen kann, habe ich nun vier anstatt drei Boxen wie bisher für den Kompost parat, um die größere Menge an Material bewältigen zu können.

Bei der Zisterne haben wir im Süden ein neues Gewächshaus und auch eine Hecke ist wieder nachgewachsen, da wo sie zurückgeschnitten worden war. Die Benjeshecke habe ich wieder erneuert, wie bisher auch mit den stacheligen Ästen von Rosen, Bougainvillas, wilden Spargel, Gleditschien und anderem.

Leider ist bei uns eine Palme vom Palmenrüssler vernichtet worden. Dieser ist aus Afrika importiert worden und hat schon viele Palmen in den letzten 10 Jahren abgetötet. Vor 30 Jahren hat es hier ganz selten eine hohe Palme gegeben. Jetzt haben viele drei-vier Meter erreicht und geben dem Land einen tropischen Charakter. Die toten Palmen sind ein schrecklicher Anblick!

Der Hühnerhof hat drei Abteilungen, durch die die Hühner der Reihe nach rotieren. In einem der Höfe habe ich Laufenten, die nicht rotieren können, weil ich nur einen Teich gebaut habe. Der Teich liegt anderthalb Meter südlich vom neuen Gewächshaus, damit dieses von dem reflektierenden Sonnenlicht profitiert. Die Enten könnten auch ohne Teich leben, aber sie lieben ihren kleinen Teich so sehr, dass man ihnen dies nicht verwehren kann. Morgens, wenn ich sie aus dem Stall heraus lasse, gehen sie als erstes nicht zum Futternapf sondern latschen zum Teich, baden und plantschen da, dass es eine Freude ist ihnen zu zuschauen. Mit dem chicken-tractor System halte ich mich nach der Jahreszeit, weil ich nicht giessen oder bewässern will, nachdem ich die Fläche eingesät habe. Ich werde dieses Vorgehen in den nächsten Monaten erklären. Im Augenblick sind die Laufis in ihrem Hof, die Hühner in einem anderen und im dritten wachsen Saubohnen, Alexandrinerklee und anderes, was ich November/Dezember dort eingesät habe. Die Abteilung, in welcher jetzt die Hühner sind, wäre soweit von ihnen vorbereitet, um wieder eingesät zu werden. Sie haben den vielen Mulch gut und tief mit Erde vermischt, so dass ich nur säen muss, ohne den Boden vorher bearbeiten zu müssen. Die Hühner kommen zu den Laufis und nach weiteren vier Monaten in die dritte Abteilung. Wir haben vier Hybridhühner und drei Hennen und einen Hahn einer grossen Rasse. Diese und die 20 Enten reichen aus, um uns mit Eiern und Dünger zu versorgen.

Das wären die wichtigsten Veränderungen, die in den letzten Jahren stattgefunden haben. Als nächstes werde ich alle drei Wochen die laufenden Arbeiten beschreiben.

Macht’s gut, bis demnächst, Euer Paul Rădulescu

Copyright (C) Paul Rădulescu – alle Rechte vorbehalten.

Juni 2014 – 2 –

Aus der Algarve (2)

Mein Versprechen, alle drei Wochen einen Bericht zu schreiben, konnte ich nicht einhalten! Aus drei Wochen sind drei Monate geworden, denn unser PC war dreieinhalb Monate lang kaputt. Wir haben es aber ganz gut überlebt!

Seit drei Wochen muss ich das Gemüse jeden Tag und andere Pflanzen alle zwei-drei Tage giessen, das sind täglich zwei-drei Stunden. Das ist mir lieber, als eine automatische Bewässerung. Diese muss man auch täglich kontrollieren und man kann sie nicht auf den unterschiedlichen Wasserbedarf der einzelnen Pflanzen einstellen. Rein technisch ginge das vielleicht schon, aber mir ist das zu aufwendig und zu kompliziert. Ich bin schon froh, wenn die automatische Bewässerung für die Bäume nachts verlässlich funktionniert. Das tut sie im Moment leider nicht. Mal geht sie, mal läuft sie nicht und keiner der drei Elektriker, die schon hier waren, findet die Ursache.

Wenn ich manuell mit dem Schlauch in der Hand giesse, sehe ich welche Pflanze oder welches Beet wieviel Wasser braucht.

Im Frühjahr, zu Beginn der Bewässerei, müssen wir alle Schläuche aus dem Mulch, von dem sie im Laufe des Jahres bedeckt wurden, hervorziehen und sie von der überwuchernden Vegetation befreien, das heisst, sie sichtbar machen. Heuer im Winterhalbjahr haben die wilden Kräuter, Gräser und die Wicken gewuchert. Auch die Obstbäume, die wilden Büsche und die Leucaenas sind enorm gewachsen. Es sieht so aus, als ob wir letztes Jahr diese Arbeit nicht getan hätten!

Wenn die Schläuche oben liegen, sind sie zwar der Sonne ausgesetzt, was nicht gut ist, aber es erleichtert enorm die Kontrolle der Bewässerung. Diese läuft jetzt jede Nacht und man muss alle zwei-drei Wochen nachschauen, ob irgendwelche Schäden entstanden sind. Die Schläuche mit drei-vier Milimeter Durchmesser sind oft vom Kalk und anderem verstopft und müssen gereinigt werden.

Zur Zeit ernten wir Weisse Rüben (Mairüben), verschiedene Kohlarten, Sauerampfer, Mangold, Blatsellerie, Löwenzahn, Zwiebel, Kartoffel, Kräuter und die ersten Tomaten. Aus dem Gewächshaus kommen Auberginen (von den Pflanzen, die überwintert haben) und die ersten Paprikas. Das ist nicht viel. Es kommt daher, dass wir im März und April nichts gesät haben. Wir sind für zwei Wochen verreist. Ich wollte der Nachbarin, die die Tiere versorgt hat, nicht auch noch das Feuchthalten der Saatbeete zumuten.

An Obst ernten wir Aprikosen, die wir zu Marmelade,Kompott, Tiefgefrorenes und gedörrt verarbeiten, Avocados (seit Dezember), die ersten Feigen, die letzten Orangen, Zitronen, Bitterorangen und Pomeranzen und immer wieder Physalis.

Vor ein paar Tagen habe ich das letzte Mal Mais und Bohnen gesät. Bei weiteren Saaten, ab Mitte Juni, hat man das Problem des Feuchthaltens der Beete. Die Sonne trocknet schnell alles aus. Aus diesem Grund säe ich erst im September wieder in die Beete.

Zum Auspflanzen habe ich noch vorgezogene Kürbisse (verschiedene Sorten), Gurken, Blumen und Kräuter (Basilikum).

Die Möglichkeit Samen zu sammeln, hat schon vor einigen Wochen begonnen. Man kann die Samen von Krautarten und von Blumen (Ringelblume, Tagetes Wicken, Nigella, Amaryllis) sammeln.

Laufende non-stop Arbeiten sind Jauchen machen und ausbringen (habe drei verschiedene Jauchen), jäten und mähen (kommt zu den Hühner oder auf dem Kompost), roden (wird geschreddert oder zu Brennholz), mulchen, anbinden der Kletterpflanzen und andere.

Macht’s gut, bis demnächst, Euer Paul Rădulescu

Copyright (C) – Paul Rădulescu – alle Rechte vorbehalten.

Juli 2014 – 3 –

Aus der Algarve (3)

Liebe Permakulturfreunde!

Immer wieder fragen mich Besucher, wie ich das mache. Das kann ich nicht in zwei Minuten erklären. Den Erfolg verdanke ich nicht nur der Grundplanung, die ich vor 25 Jahren gemacht habe, sondern auch einer Reihe von ständigen Änderungen und Verbesserungen und einer vielzahl von Tätigkeiten und Arbeiten, die alle in die gleiche Richtung zielen. Von den vielen Arbeiten zähle ich immer nur die aktuellen auf. Nach einem Jahr habe ich dann – hoffentlich – alle meine „Tricks“ an Euch weitergegeben!

In den Gemüsebeeten habe ich Blattfplanzen, Tomaten, Peperoni, Kräuter und Blumen gepflanzt. Es sind die bewährten Löwenzahn, Pimpinelle, Blattsellerie, Zinnien, Kosmeen und Ringelblumen. Zum Säen ist es im Hochsommer zu warm.

Die Beete muss ich ständig jäten und von Leucaena und Robinien befreien. Am Rande der Beete treiben jetzt die Weinreben meterlange Triebe, die auch zurückgeschnitten werden müssen, denn sie machen zu viel Schatten und behindern alle Arbeiten im Beet. Das Gejätete kommt zu den Hühnern oder Enten und dann auf den Kompost. Wenn die Bäumchen fingerdick sind, werden sie zu Mulch geschreddert. Der Mulch kommt auf die Beete.

Ernten können wir im Moment Blattpflanzen (sie beginnen aber schon, zu hart zu werden), Kartoffel und Zwiebel (die bleiben in der Erde und werden nur bei Bedarf ausgegraben), die ersten Kürbisse, Zucchini, Tomaten und Pepino, Paprika (vom letzten Jahr), Weisse Rüben, Kohlrabi und, wie immer, Kräuter. Das klingt enorm viel, aber es ist so, dass wir von jeder Gemüsesorte, mit Ausnahme der Blattfplanzen, immer nur zwei-drei Portionen haben. Also Weisse Rüben haben wir genug, aber nur zwei Kürbisse, drei Zucchini und vier oder fünf Kohlrabi, vier-fünf Paprika, sechs-sieben kleine Pepino, auch vier-fünf kleine Auberginen und die ersten zehn grünen Bohnen. Uns reicht es. Bis wir das alles aufgebraucht haben, wachsen neue Gemüse nach. Die Überschüsse verschenken wir oder tauschen sie bei Freunden, in Obst und Gemüse was wir nicht haben, ein. Ebenso die Eier.

Ich habe heuer den Schafszaun mit 15 x 15 cm. Maschenweite als Stütze für die Erbsen und jetzt Bohnen, Gurken, Kürbisse und andere Kletterpflanzen eingesetzt, weil er sehr praktisch ist. Für die Kürbispflanzen habe ich den Zaun kreisförmig aufgestellt, mit einem Durchmesser von gut einem Meter, so wie es B. Mollison für seine Dauerbeete vorschlägt. Aussen an diesen Kreisen habe ich Tomatenpflanzen gesetzt, die ich dann leicht an den Zaun festbinden kann.

An Obst haben wir immer noch Avocados (wir essen täglich eine), die letzten frühen Feigen, die Surinamkirschen (Pitanga) und die Physalis. Wir kaufen nur selten Obst und Gemüse, Kräuter gibt es so gut wie gar nicht zu kaufen, obwohl sie sehr wichtig für die Gesundheit sind.

Das Gemüse dünge ich mit Jauchen aus Hühnermist oder aus Blättern. In einem dritten Behälter mache ich Jauche aus Zwiebel- und Knoblauchschalen. Zwiebel und Knoblauch essen wir täglich, die Tiere bekommen auch täglich Knoblauch in ihr Futter, und zwar alle, Hühner, Enten, Hunde und Katzen.

Im Obstgarten fallen die üblichen Arbeiten an, also wieder mulchen, einzelne störende Äste abschneiden und bewässern. Nachts läuft die automatische Bewässerung und einmal die Woche bewässere ich manuell, weil ich da eine bessere Kontrolle über die Wassermenge habe. Die Gemüsebeete und die vielen Töpfe wässere ich täglich manuell, was über eine Stunde in Anspruch nimmt.

Eine weitere wichtige Aktion ist jetzt das Zurückschneiden der Leucaenas, deren Neuaustrieb schon beinah zwei Meter erreicht und schon grüne Schoten ausgebildet hat. Diese Pflanze hat sich zum Unkraut gemausert. Obwohl seit drei-vier Jahren keine neuen Samen entstanden sind (weil wir immer die Pflanzen zurückschneiden) finde ich immer wieder Keimlinge in den Beeten.

Letzte Woche habe ich die letzten Samen der im Winter blühenden Pflanzen gesammelt (Wicken, Lupinen, Saubohnen, Erbsen, Ringelblumen, Kapuzinerkresse u.a.). Diese säe ich im Herbst wieder aus.

Tulpen und Hyazinthen wachsen nur in den Töpfen. Ich habe sie herausgenommen (sie sind schon vertrocknet) und in den Kühlschrank gelegt, damit sie im nächsten Winter wieder blühen.

Die Sonne ist bereits sehr intensiv und wir hatten schon zwei Spitzen von je 32 Grad im Schatten. Habe aus dem Gewächshaus eine Wand demontiert, damit der Durchzug die Temperatur nicht unerträglich hoch steigen lässt. Um das Haus herum habe ich auf die Pergola Schattennetze gelegt.

Die Fische in der Zisternehaben Nachwuchs bekommen.

Macht’s gut, bis demnächst, Euer Paul Rădulescu

Copyright (C) – Paul Rădulescu – alle Rechte vorbehalten

– 4 –

Juli 2014 Aus der Algarve (4)

Liebe Permakulturfreunde!

Nun ist es Hochsommer! Seit zwei Wochen haben wir ununterbrochen Temperaturen über 30 Grad. Das haben wir noch nicht gehabt. Seit 22 Jahren schreibe ich täglich die Temperaturen mittags auf und benutze das selbe Thermometer welches, unverändert, an der gleichen Stelle draußen hängt. Ich beobachte, dass die Temperatur in den letzten Jahren angestiegen ist. Gleichzeitig verstehe ich nicht, wieso es weltweit eine heftige Diskussion über die Erderwärmung gibt und diese auch noch abgeleugnet wird!

Die Hauptätigkeit ist jetzt giessen, bewässern und die automatische Bewässerung kontrollieren und reparieren.

Die zweitwichtigste Arbeit ist das Ernten der Gemüsearten (Bohnen, Kürbisse, AUberginen, Tomaten, Blattgemüse, Kräuter, Peperoni, Zwiebeln, Kohlrabi, Kartoffel, weisse Rüben), die wir nur frisch, zum sofortigen Verbrauch, aus dem Garten holen und nur selten etwas davon tieffrieren. Wir versuchen uns dabei nach dem Maria-Thun-Kalender zu richten, also an Wurzeltagen Wurzelgemüse, an Blatttagen Blattgemüse und so weiter zu essen. Das geht natürlich nur zum Teil, weil wir beim Kochen zu Blattgemüsearten Auberginen oder Zucchini als Fleischersatz verwenden. Diese gehören aber zu den Fruchtgemüsearten. Zwiebeln und Knoblauch sind immer dabei, diese gehören zum Wurzelgemüse. Die Gewürze und Kräuter gehören meistens zu den Blütenpflanzen. An Obst gibt es jetzt die Kapstachelbeeren, Pitangas, Äpfel, Brombeeren, Kumquats, die ersten Trauben und die letzten Nektarinen und Pflaumen. Was wir nicht roh essen können, wecken wir ein. Erdbeeren und Himbeeren sind wieder nichts geworden. Auch Möhren und Schwarzwurzeln sind heuer nichts geworden und ich weiss nicht warum! Ebenso Okra. Mais werden wir auch nicht viel ernten: wahrscheinlich habe ich in der Genossenschaft einen Hybridmais gekauft. Viele Samen sind nicht aufgegangen, der Rest ist bei 20 cm. Höhe stehen geblieben und nicht weitergewachsen. Sie müssten schon Kolben haben. Nur meine eigenen Samen vom letzten Jahr sind gut gewachsen, aber ich habe leider zu wenig davon gehabt.

Die reifen Samen von Radieschen, Zwiebel, Fenchel, Mangold, Sellerie, Krautarten und andere gebe ich den Hühnern, weil sich eine Weiterzucht nicht lohnt. Die Pflanzen aus diesen Samen sind meistens schwach und frustrierend. Zu den Hühnern und Enten kommt auch alles Vertrocknete und Verblühte was wir von den Beeten und Baumscheiben abschneiden und herausreissen. Aber davon könnten sie nicht leben. Ich verfüttere ihnen morgens Weizenklaie, in die ich frische, kleingeschnittene Kräuter und überständiges Gemüse mische, gepresste Knoblauchzehen und gekochte Essensreste. Abends bekommen sie eine Mischung von Körnern (Weizen, Mais, Hafer, Gerste und Bruchreis). In die Nester lege ich getrocknete Kräuter (Lavendel, Rosmarin, Santolina) und die getrockneten Blätter der Melia, eine Verwandte des Neem-Baumes. Lavendel haben wir auch im Wäscheschrank und im Schlafzimmer, wo es Mücken, Moskitos und Motten vertreibt. Hühner frei herumlaufen zu lassen können wir vergeßen. Vor zwei Wochen ist ein halb ausgewachsenes Huhn ausgebrochen und ich habe nur noch ein paar Federn gefunden.

Die Herstellung von Terra Preta habe ich aufgegeben. Es war mir zu viel Arbeit: einen Spezialkompost aufbauen, mit gegorenem Urin feucht halten, immer wieder wenden, etc.

In den letzten drei-vier Jahren sind die Bäume enorm gewachsen. Die Beete werden immer kleiner, weil sie von den Bäumen beschattet werden. Ich versuche schattentolerierende Gemüsesorten zu finden, aber mit wenig Erfolg. Für das Winterhalbjahr, wenn die Schatten noch länger sind, habe ich neue Beete in voller Sonne angelegt. Im Sommer ist es hier zu sonnig, also zu trocken. Mehrere Beete zu haben, wo das Verhältnis zwischen Sonne und Schatten gerade richtig ist, ist nicht so einfach zu realisieren.

Die Arbeiten um die Johannesbroternte haben begonnen. Wir sind dabei, die Baumscheiben vom Unterwuchs zu befreien, damit das Aufsammeln der Schoten einfacher wird. Ein neues Gesetz erschwert den Verkauf der Früchte, die fast jeder Grundbesitzer hat. Das ist ärgerlich, denn die Kultur dieser Bäume, wie auch jener der Oliven, Feigen, weinreben, etc. sind vor über 2000 Jahren hier eingeführt worden und gehören zum Alltag, wie Brot und Salz.

Ich hoffe, dass trotzdem diese und andere Traditionen erhalten bleiben!

Bis zum nächsten Mal, es grüßt Euch, Euer Paul Rădulescu

Copyright (C) – Paul Rădulescu – alle Rechte vorbehalten

– 5 –

August 2014

Liebe Permakulturfreunde!

Wir haben viel Sonne und Hitze! Es ist die „tote“ Jahreszeit. Die Felder und Äcker sind beackert und bereit, nach dem ersten, stärkeren Regen besät zu werden. Viele Obstgärten und Felder sind leider auch aufgegeben und verwildern. In der freien Natur ist alles ausgetrocknet, ausgenommen die Bäume. Im Ziergarten blühen jetzt aber immer noch 60 verschiedene Arten von Blumen, Kräuter und Zierbüsche. Im August letzten Jahres waren es immer noch 48 allein in unserem Garten. Das ist der Tiefpunkt, denn im September waren es wieder 60. Einen zweiten Tiefpunkt im Blühkalender gibt es mit 39 im Dezember.

Immer noch sind die Hauptarbeiten bewässern und giessen. Das Gemüse vertrocknet schnell, die Blattpflanzen schon nach einem Tag. Nach dem zweiten Tag sind die ersten schon kaputt. Das ist ein Problem für den Fall, dass ich ‚mal ernstlich krank werde. Habe mir vor sechs Wochen den rechten Fuß verstaucht, jeder Schritt schmerzt, kann aber nicht drei Tage krank machen, weil der Gemüsegarten sonst vertrocknet. Das ist auch ein Nachteil der manuellen Bewässerung.

Die Gemüsebeete werden immer kleiner, weil die Bäume und Weinreben wachsen und immer mehr Schatten abgeben. Eine Waldgärtnerei ist das nun nicht mehr. Da wo die Bäume zu dicht stehen, wächst in ihrem Schatten kaum noch etwas. Also keine Büsche, Kräuter und Stauden. Das Biotop verarmt. Ich muss mich überwinden und einige Bäume fällen, die ich vor 25 Jahren gesät oder gepflanzt habe. Einige haben sich auch selber ausgesät und es tut mir Leid, sie einfach umzusägen. Andererseits kann ich eine größere Fläche arbeitsmäßig nicht mehr schaffen, so dass ich diese ehemaligen Gemüsebeete doch nicht bearbeiten kann, auch wenn sie mehr Licht hätten.

An Gemüse ernten wir das gleiche wie bisher. Kürbisse und Gurken verabschieden sich, die Pflanzen bekommen Mehltau und gehen ein. Sie machen ein-zwei Früchte und dann erreicht der Mehltau die Triebspitze, d.h. dann, dass die Pflanzen absterben. Wenn man sie mehrere Male gegen diese Mehltauarten spritzen würde, würden die Pflanzen wahrscheinlich weiter wachsen und mehrere Früchte ausbilden. Aber ich spritze nicht und bin mit einer Frucht zufrieden, uns reicht es für viele Monate. Heuer haben wir endlich eine Tomatenschwämme! Das verdanken wir einer Freundin aus der Ukraine, die uns Samen von 15 verschiedenen Tomatensorten geschickt hat. 7 von diesen wachsen sehr gut und machen viele Früchte. In Algarve gibt es nur drei-vier Sorten, von denen nur die Cherrytomaten gut wachsen und über längere Zeit gut tragen. Sie bekommen auch Mehltau und sterben ab. Am besten wächst alles in den großen 50-Liter-Töpfen oder in den Futtersäcken, die ich mit bester Erde fülle und täglich giesse. In diesen Töpfen praktiziere ich auch Mischkultur, indem ich zur Gemüsepflanze Zwiebeln, Schnittlauch, Knolau oder Knoblauch und Ringelblumen oder Tagetes und an Kräuter hauptsächlich Basilikum dazu pflanze. Das nennen die Engländer pot gardening.

An Obst gibt es jetzt die letzten Avocados und Kapstachelbeeren, Trauben, Passionsfrüchte, Mandeln, Pfirsiche, Feigen und Kaktusfeigen. Vögel, Wespen und Ratten ernten fleissig mit und verderben viel Obst, indem sie es anpicken oder auf den Boden fallen lassen. Wie immer, was wir nicht roh essen und verschenken können, wecken wir in irgendeiner Form ein.

Den Fischen in der Zisterne verdanken wir wohl, dass wir fast keine Mosquitos haben und den Schwalben, die in unserer Gegend neu sind, die wenigen Fliegen. Das kann aber auch andere Ursachen haben. Eine Elsterart ist auch neu hier. Was verdanken wir diesen? Der Palmrüssler und seine Maden haben bei uns bereits eine zweite Palme angegriffen. Ich habe die Käfer und Maden mit einem scharfen Wasserstrahl herausgespült, hoffentlich alle. Auf engstem Raum waren 20 Käfer, etwa 2,5 bis 3 cm. gross, und an die 30 dicke, fette Maden. Dies ist eine Dattelpalme, die ich aus Samen, vor 25-26 Jahren, gezogen habe. Der Stammdurchmesser hat etwa 60 cm. und ist nur 1,5 Meter hoch. Das ist nicht viel. Datteln werde ich nie ernten, weil sie zweihäusig sind, was ich damals nicht wusste, und weil ich in 20-30 Jahren nicht mehr leben werde.

Die Energieart, die wir in Bovis-Einheiten messen, steigt und steigt. Hier in der Gegend liegt sie jetzt bei 150.000, in meinem Garten bei 170.000, vielleicht auch Dank der Edelsteine, die ich da verteilt habe. Unsere Gartenprodukte und auch jene von unseren Freunden (also Bioware) liegen ebenfalls so hoch. Produkte aus dem Supermarkt haben Werte um die 35.000 und ein Stück Plastik nur 10.000. Also Bio lohnt sich auf jeden Fall!!! Deshalb kann ich nicht oft genug empfehlen, sich so viel Kräuter, Gemüse und Obst wie nur möglich selber zu ziehen!

Liebe Grüße, Euer Paul Rădulescu

Copyright (C) – Paul Rădulescu. Alle Rechte vorbehalten.

– 6 –

August 2014

Liebe Permakulturfreunde!

Sonne, Wind und Trockenheit – wir haben den Tiefpunkt im Jahreszyklus erreicht. Seit Monaten keine Wolke am Himmel. In der Natur stockt das Wachstum, alles ist trocken, die intensive Sonneneinstrahlung und die Hitze (32 Grad im Schatten seit fast drei Monaten) bewirken, dass viele Büsche und Bäume trockene Äste bekommen, die Blätter fallen ab, sie scheinen zu leiden. Die Krautschicht ist vertrocknet. In der Natur blühen Disteln, Meerzwiebeln, der wilde Spargel – heuer etwas zu früh. Auch die ersten Früchte des Erdbeerbaumes werden schon reif – auch viel zu früh!

Auch bei mir im Garten sind einige junge Obstbäume, die ich vor ein-zwei Jahren gepflanzt habe, vertrocknet – das kann aber auch daher kommen, dass die automatische Bewässerung nicht richtig funktionniert und keiner weiss warum … Auch unter den Zierstauden und Kräuter sind einige vertrocknet, so z.B. Proud of Madeira, die wunderschön blüht. Und das obwohl ich mehr bewässere, als in den vergangenen Jahren. Ich muss weiterhin täglich giessen. Ein gewisses Beet hab‘ ich offensichtlich zu giessen vergessen, ich weiss auch nicht wie das passiert ist, am nächsten Tag waren die Tomaten, die Endivien, die Kürbispflanzen vertrocknet, nur Kohlrabis haben sich erholt, aber wachsen seitdem nicht mehr. Die Tommatenschwemme ist leider vorbei, denn die meisten Pflanzen sind dem Mehltau und einem Parasiten erlegen. Ich habe sie unten abgeschnitten und hoffe, dass sie wieder austreiben, denn die Wurzeln sind nicht tot.

Die Ernte geht weiter: Feigen, Äpfel, Kaktusfeigen, Passionsfrüchte, die erste Carissa, Baumtomaten und Khakis, wieder Pfirsiche und Nektarinen (andere Sorten). Wir haben viel Apfel- und Traubensaft sowie Tomatencreme eingefroren. Ich freue mich melden zu können, dass ich acht verschiedene Traubensorten habe. Die schmackhaftesten Sorten muss ich mit kleinen Netzen (in denen sonst Zwiebeln und Knoblauch verkauft werden) gegen Ratten und Vögel schützen, sonst bleibt für uns nichts übrig. Die Sorten, die ich aus Bayern gebracht habe, sind hier nicht gewachsen. Aus Deutschland brachte ich auch Samen zweier Sorten Johannikraut, Königskerze und andere, die hier nicht gewachsen sind.

An Gemüse gibt’s Kürbisse,Zucchini, Bohnen, Mais, Peperoni, Kartoffel, Blattpflanzen, Kohlrabi, Kräuter, die letzten Tomaten, Auberginen, Paprika. Eine essbare Hibiskusart ist in den Töpfen sehr gut gewachsen, ich habe jedoch noch keine Blätter davon gekostet. Sie hat wunderschön geblüht und viel Samen hergegeben. Nächstes Jahr werde ich sie ins Beet setzen und dann hoffentlich eine ausreichende Menge Blätter ernten können.

Samen hab‘ ich gesammelt von Pastinaken, Fenchel und Blumen, Kürbissen, Bohnen, Tomaten, Radieschen, etc. Ich habe festgestellt, dass die gekauften Samen eine schlechte Keimfähigkeit haben. Es blühen immer noch 48 verschiedene Pflanzen im Garten. Das ist aber kein Blütenrausch! Den gibt es auch im Frühjahr nicht, wenn dann 100 verschiedene Pflanzen blühen. Es blühen von jeder Art nur einige Blumen, oft fallen sie gar nicht auf. Bewährt haben sich als Dauerblüher Ringelblumen, Kosmeen, Tagetes, Zinnien (diese bekommen auch Mehltau), Marienkraut, Wunderblumen, die blauen Winden, eventuell auch Cannas, Seidenblumen, einige Bodendecker. Im Winter sind es die Geranien, Pelargonien, der Weihnachtsstern, Datura, Polygalla, Kapuzinerkresse und andere. Alle anderen blühen nur einige Wochen lang. Dadurch wird’s nicht langweilig. Auch die ersten Parasolpilze sind schon aufgetaucht, aber schnell vertrocknet. Habe die trockenen Hüte in meine Pilzbeete gelegt und leicht mit Erde bedeckt.

Das war’s für heute, liebe Grüße, Euer Paul R.

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– 7 –

Liebe Permakulturfreunde!

Heute ist die Tag-und-Nachtgleiche, ab jetzt werden die Tage immer kürzer. Soll ich mich freuen oder traurig werden? Im Hochsommer kann ich ab 10-11 Uhr nicht mehr im Garten arbeiten und erst abends wieder weiter machen. Meine Arbeitskraft hat in den letzten Jahren stark nachgelassen. Im Winterhalbjahr ist es angenehmer zu arbeiten, dafür sind aber die Tage kürzer.

Seit einigen Tagen ist der Sommer vorbei. Wir haben nur noch 21 bis 25 Grad, weil es oft bewölkt ist und auch schon zwei Mal je 3 Milimeter geregnet hat. Das Giessen und Bewässern geht weiter! In die Beete direkt konnte ich daraufhin Feldsalat, Spinat, Dill und Radieschen säen. In Töpfe säte ich Endivien, Chicore, Mizuna, Artischocken, Rote Rüben, Ringelblumen, Chia. In den größen Töpfen säte ich die Winterkräuter – Barbarakraut, Winterportulak, Dill, Kerbel, Löffelkraut, Kresse, Brunnenkresse, Senf. Chia ist neu, ein Superfood. Habe schon im Frühsommer einen Versuch gemacht. Es wächst gut, blüht blau, sieht aus wie Salbei.

Gepflanzt habe ich Kartoffel, Endivien, Pastinaken, Ringelblumen, Mizuna, Chicore, Verbena bodnariensis, Kräuter u.a.

Früjahresblüher wie Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Traubenhyazinthen, Krokusse, Freesien u.a. habe ich auch schon in Töpfe gepflanzt. Die Zwiebeln vom letzten Jahr waren im Kühlschrank (Tulpen und Hyazinthen), sonst blühen sie nicht mehr. Ich kaufe aber jedes Jahr neue Zwiebeln dazu, denn die alten vermehren sich sehr selten. Diesen Luxus leiste ich mir, weil Ostern ohne Tulpen, Narzissen und die anderen (und Weihnachten ohne Schnee) kann ich mir nicht vorstellen.

Das eine Gewächshaus ist im Sommer fast leer. Hier wachsen jetzt nur zwei Papaya-Pflanzen, Wasserhyazinthen in einem Behälter und eine tropische Kletterpflanze. Auf den Tischen trockne ich Kräuter (Basilikum, Rosmarin, Lavendel, Thymian, Melisse, Minze, u.a.), Meliablätter (die kommen in die Hühnernester) und Samen (Pastinaken, Fenchel, Dolichosbohnen, Artischocken, Kosmeen, Zinien, Ringelblumen, Tagetes, Luzerne, etc). Hier trocknen sie viel schneller aus und sind am besten aufgehoben.

Zum Ernten gibt’s Tamarillo (Baumtomaten), Erdbeerguaven, Kaki, Trauben, Medronho (die Früchte des Erdbeerbaumes, nicht die der Erdbeerguavenbäume), die gleichen Gemüsearten wie bisher und zusätzlich auch Hirse, die mehrjährig ist. Die Hirse bekommen aber die Hühner, weil das Schälen der Körner sehr aufwendig ist. Auch die Brombeeren können gesammelt werden, wenn man den richtigen Moment erwischt. Ich komme entweder zu früh, wenn sie sich noch nicht leicht vom Stil lösen oder zu spät, wenn sie schon vertrocknet sind (dann bekommen sie die Hühner). Andere Beerenobstsorten (Himbeeren, Johannesbeeren u.s.w.) wachsen hier nicht. In die Quitten- und Guavenbäume habe ich Naphtalinkugeln gehängt, um die Fruchtfliegen und die Motten abzuschrecken. Es hilft!

Aus den Trauben habe ich heuer wieder Rotwein gemacht, das heißt er gärt noch …

Roden, schreddern, mulchen, Brennholz schneiden, Jauche machen sind Dauerjobs, die rund ums Jahr immer wieder gemacht werden müssen.

Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße, Euer Paul R.

Copyright (C) – Paul Rădulescu. Alle Rechte vorbehalten.

– 8 – Oktober 2014

Liebe Permakulturfreunde!

Die Schwalben sind fortgezogen, der Herbst ist da. Die Hitze hat nachgelassen und es hat schon wieder geregnet, 35 mm., so dass ich seit einigen Tagen nicht mehr bewässern muss. Mit den Schwalben sind auch die vielen Fliegen (fast) verschwunden, oder sind die Schwalben weg, weil es keine Fliegen mehr gibt? Spatzen, Wildtauben, Elster sind geblieben, bald werden die ersten Zugvögel hier erscheinen. Heuer haben wir wenig Fliegen gehabt, vielleicht wegen den Schwalben. Mosquitos waren auch sehr wenige, das können wir wahrscheinlich unseren Fischen in der Zisterne verdanken. Der Sauerklee beginnt zu wachsen, das macht er nur im Winterhalbjahr. Hühner und Enten freuen sich für das frische Grün.

Die Gartenarbeiten beginnen jetzt wieder auf Hochtouren zu laufen. Ich habe in Saattöpfe verschiedene Salate und Gemüsearten gesät. Man kann ab Oktober fast alles säen außer den typischen Sommergemüse, freilich. In den Beeten direkt säe ich die Wurzelgemüsearten: Möhren, Rote Bete, Pastinaken, Radies und Radieschen sowie Kartoffel.

Ausgepflanzt habe ich einige Kräuter und Zierpflanzen, die ich im Laufe des Sommers aus Samen oder Stecklinge gezogen habe.

Zum Ernten gab es viele Glockenpaprikas, die wir getrocknet haben und Knolau, den wir, als Schnittlauch-Ersatz fertig geschnitten, tiegefroren haben. Schnittlauch wächst sehr schlecht, aber der Knolau vermehrt sich und hält sich jahrelang. Dann habe ich weiter trockene Bohnen, Mais und Kürbisse geerntet und die Samen von Kosmeen, Zinien, Tagetes, Hibiskus u.a. Auch Basilikum haben wir getrocknet, weil es davon im Winter immer zu wenig gibt.

Die Früchte des Erdbeerbaums haben heuer viel zu früh zu reifen begonnen. Einen Teil davon haben wir in Essig eingelegt. Auch das Johannesbrot hat schon Schoten, so gross wie sonst nur im Juni. Die Beeren der Myrte trocknen wir und verwenden sie als Wacholder-Ersatz, weil dieser im Winter sehr rar ist. Vom Pfefferbaum (Schinus molli) verwenden wir die Früchtchen als Ersatz für roten Pfeffer.

Ab und zu gibt es Raritäten zu essen, wie z. B. vor zwei Wochen die Wurzeln der Anrederia, die sich sehr gut entwickelt hat, aber leider kein Leckerbissen ist.

Die Kakis waren sehr schmackhaft wie immer, und die Guaven habe ich mit Naphtalin-Kügelchen gegen den Anflug der Motten geschützt.

Nach dem Regen sind Parasolpilze erschienen, die wir natürlich auch gleich geerntet haben. Wie immer, war ich auch in den letzten Wochen mit jäten, roden, schreddern und mulchen beschäftigt.

Wir waren ein paar Tage in Lissabon, wo wir einen der drei botanischen Gärten besucht haben. Ein grosser, wunderschöner, alter Park. Zu meinem erstaunen habe ich festgestellt, dass so gut wie nichts Essbares da war. Es gab nur Zierbäume und – büsche aus der ganzen Welt, aber keine Obst- oder sonstige Nutzpflanzen. Wie ist das zu erklären?

Liebe Grüße, Euer Paul R.

Copyright (C) – Paul Rădulescu. Alle Rechte vorbehalten.

– 9 – November 2014

Liebe Permakulturfreunde!

In den letzten drei Wochen habe ich leider nicht so viel geleistet, wie ich hätte sollen. Jetzt ist die Zeit, für viele Gartenarbeiten, die man nicht verpassen sollte. Eine Verletzung hat meine Bewegungen sehr eingeschränkt und mich viel Zeit gekostet (Arztbesuche, Behandlungen). Auch Havarien der Pumpen, der Solaranlage (Batterien) und des Bewässerungscomputers haben ebenfalls ordentlich Zeit und Geld verbraucht. Dadurch verpaßte ich die zweite Traubenernte, aus der ich Wein herstellen wollte. Der Wein der ersten Traubenernte ist sauer geworden, weil ich vergeßen habe, die Abdichtung zu kontrollieren. Es kam Luft herein und anstatt Wein wird es nun ein hervorragender Weinessig! Es sind nur 15 Liter. Wir werden ihn an Freunden verschenken.

Nachdem es Anfang Oktober 10 Tage lang abnormal kühl und regnerisch war, ist es ein paar Tage später abnormal heiß geworden (31 Grad am 27.10), so dass wir seitdem wieder mit Giessen und Bewässern beschäftigt sind. Vielleicht sind deswegen noch keine Rotkelchen aus dem Norden da und die Blüte der Naspeln (Mespilus japonica) um 2-3 Wochen früher dran. Die Pitangas haben eine zweite Ernte hervorgebracht, was soweit noch nie der Fall war. Der Safran hingegen müßte schon längst blühen und lässt auf sich warten, falls er überhaupt noch blühen wird. Die Oliven kann man auch schon ernten, was im Oktober noch nie möglich war.

Ich habe weiterhin in die Beete gesät Gelbe, Rote und Weisse Rüben, Pastinaken, Radies und Radieschen, Feldsalat, Spinat, Erbsen und Kerbel, Dill, Saubohnen, gepflanzt Kartoffel und meine selbstgezüchteten Endivien, Cicore, Kräuter und gekaufte Zierpflanzen (Irisse, Taglilien, Amarylisse). Wie immer sind allerdings nur wenig Samen aufgegangen, denn Unmengen von Schnecken fressen alles weg. Nachts gehe ich mit der Taschenlampe auf Schneckensafari, Futter für die Enten, aber trotzdem kommen nur wenig Pflänzchen durch.

Für die neue Gartensaison habe ich wieder eine Fuhre Kompost von der Kompostierungsanlage gekauft. Mein eigener Kompost ist noch nicht reif und aus dem reifen wachsen Parasolpilze, so dass ich diesen Haufen stehen lasse.

Ernten können wir nicht sehr viel, aber es reicht jeden Tag für 3-4 Portionen mit Vor- und Nachspeise: Endivien, Cicore, Löwenzahn, Kartoffel, Süsskartoffel, Chou-chou, Tamarillo, Caihgua, Kohlrabi, Glockenpaprika, ab und zu Tomaten, Paprika, Auberginen. Wir haben immer noch Kürbisse und die ersten Avocados. Die Bulbillen von den Yams-Pflanzen sind auch essbar, aber ich sammle sie nur zum Weiterzüchten. Die Glockenpaprika-Pflanzen sind heuer sehr schön gewachsen und haben viele Früchte gemacht, die wir getrocknet und eingelagert haben, denn im Winterhalbjahr gibt es nur wenig Peperonis. Die anderen drei Sorten Peperonis haben nur mittelmässig getragen. Knolau haben wir geputzt und kleingeschnitten tiefgefroren.

Pilze konnten wir auch schon ernten; die haben wir im Dörrex haltbar gemacht.

Die Obsternte besteht zur Zeit aus Guaven, Quitten, Granatäpfeln, die letzten Trauben, die Früchte des Erdbeerbaumes, Kumquats und Kaktusfeigen. Einwecken können wir jetzt aber aus Zeitmangel nichts und weil wir noch genug vom letzten Jahr übrig haben, obwohl seinerzeit auch viel verschenkt wurde. Im Obstgarten habe ich wilde Wicken, Stockrosen, weisse Lupinen, Kapuzinerkresse (diese sät sich auch selbst aus) u.a. ausgesät.

Die laufenden Tätigkeiten gehen weiter: roden, schneiden, schreddern, mulchen, Brenholz machen, jäten, giessen, Tiere füttern (die Hühner legen brav Eier, die Enten nicht mehr), mit Jauche düngen und neue Jauchen ansetzen. Es gibt auch ständig was zu reparieren, kontrollieren, Ranken anbinden u.s.w. Leider hat meine letzte Dattelpalme den Palmenkäfer, den ich erfolglos bekämpft habe. Ich habe an einer Seite der Palme begonnen, die Maden (Futter für die Hühner) und Käfer heraus zu puhlen. Es müssen wohl an die Tausend Viecher in dieser Palme leben, kein Wunder, dass sie große Palmen töten können.

Liebe Grüße, Euer Paul R.

Copyright (C) – Paul Rădulescu. Alle Rechte vorbehalten.

-10 – Dezember 2014

Liebe Permakulturfreunde!

Wieder war das Wetter seltsam. Im Oktober und November gab es viel Wind, was normalerweise nicht der Fall ist, weil die Boden- und Wassertemperaturen gleich sind und kein Unterschied im Luftdruck entsteht. Vorgeherrscht hat wieder mal der Südost, so dass ich alle paar Tage die Terrasse kehren musste. Der Westwind hat die Terrasse immer leer gefegt. Wir haben aber auch viel mehr Blätter, denn die Bäume sind enorm gewachsen und wir müssen auch ständig irgendwo einen größeren Ast abschneiden. Es hat für die Jahreszeit ausreichend geregnet. So bald die Regentonnen voll sind, pumpe ich dieses wertvolle, pH-neutrale Wasser in die Gewächshäuser, wo ich es in 40-Liter Kanister speichere. Nach einem stärkeren Regen kann man sehr leicht die Zistrosen aus dem Boden ziehen und die Pflanzen schreddern. Wir brauchen ständig viel Mulch. Auch wenn es mal 35 Milimeter über Nacht regnet, ist es nach 10 Tagen wieder so trocken, dass man die Bäume bewässern muss.

Durch das feuchte Wetter bedingt, haben wir viel gesät. Im Obstgarten, zwischen den Baumscheiben, habe ich, ohne den Boden zu bearbeiten, direkt auf dem Mulch also, Klee, Stockrosen, wilde Wicken, Kapuzinerkresse, Meerzwiebel und was ich sonst noch so gehabt habe, ausgesät. Diese Samen habe ich im Laufe des Sommers gesammelt. Im Süden, da wo die Wildschweine den Boden bearbeitet haben, konnte ich meine eigenen Saubohnen säen. In den Beeten, die ich nur im Winterhalbjahr ohne zu bewässern bewirtschafte, säte ich Erbsen, Kartoffel, Saubohnen, Pastinaken, weisse Lupinen und Kichererbsen. In den bewässerten Gemüsebeeten säte ich Wurzelgemüse, Spinat, Feldsalat, einjährige Kräuter, Salate, aber davon ist nichts erschienen. Wahrscheinlich ist die Saat von den Schnecken und Raupen vernichtet worden. Auch eine Nachsaat in die gleichen Beete hat nicht viel mehr Erfolg gehabt. Deshalb säe ich viel lieber in Töpfe und pflanze dann die vorgezogenen Pflanzen aus wie Blattcicore, Blattsellerie, Endivien, Till, Kräuter, Grünkohl, Kohlrabi, Rote Rüben und so weiter.

Geerntet haben wir Süsskartoffel, Kartoffel, Caigua, Chou-chou, Avocado, Baumtomaten, Yams, Endivien, Blattcicore, Paprika, die letzten Tomaten, Grünkohl, Kräuter, Auberginen, Zwiebel, Pilze (jetzt ist Pilzzeit!), Guaven und Quitten. Beim Obst heisst ernten das Aufsammeln von dem, was auf dem Boden liegt (Avocado, Chou-chou, Baumtomaten, Zitronen). Das Geerntete wird gleich zubereitet, unsere Mahlzeit ist dann eine Mischung von verschiedenen Gemüsearten, die gut zusammenpassen. Wir konnten auch noch die Wurzel der Anrederia oder der Jalapa oder Wildkräuter essen, aber sie schmecken nicht so gut, so dass wir darauf verzichten, solange von den anderen Sachen genug da ist. Ausgenommen ist da im Moment die Brennessel, die ganz zarte junge Triebe hat undgut schmeckt! Die Chia Pflanzen blühen jetzt zum zweiten Mal. Nach der ersten Blühte hat es leider keine Samen gegeben.

Ich habe mich endlich dazu entschlossen, einige selbstausgesäte Bäume zu fällen. Dadurch ist eine neue, sonnenbeschienene Fläche entstanden, in die ich jetzt Kartoffel und Erbsen gesätet habe. Den Boden haben wir mit dem gekauften Kompost verbessert. Die gerodeten Bäume waren hauptsächlich Pinien, die viel Brennholz produziert haben. Die Piniennadeln habe ich um meine Pilzbeete gelegt, in der Hoffnung, dass dann weniger Schnecken diese Fläche in Richtung Pilze überqueren werden.

Vor zwei Jahren habe ich die zwei-zinkige Hacke entdeckt, mit der man in unserem Rohboden viel besser die vielen Steine herausholen und den verfestigten Boden lockern kann.

Im Gewächshaus habe ich die demontierte Wand wieder eingebaut. Hier kann man jetzt keine Kräuter mehr trocknen, es ist zu feucht und nicht mehr so heiß. Die Kräuter trocknen wir wieder über den Küchenherd, weil die Heizsaison begonnen hat. Habe die Töpfe gesät: verschiedene Zierblumen, Salate, Sauerampfer, Blattsellerie, Kohlrabi, Grünkohl und andere, weil sie jetzt sehr schnell keimen. Einige der großen Töpfe mit Auberginen, Tomaten, Peperoni und Paprika habe ich in die Gewächshäuser gebracht. Nachts muss ich nun die Türen schliessen.

Immer wieder muss ich mich über die Auffassung meiner Mitbürger wundern, was das Gärtnern anbelangt. Da schreibt einer in unserer englischen Lokalzeitschrift, wie gut der Zuckermais schmeckt, welche Delikatesse er doch sei, wie heiß er ihn doch liebe, etc. Er klagt, dass sein einziger Lieferant die Produktion eingestellt hat und dass er leider dieses feine Gemüse entbehren muss. Er bitte jeden, der eine Quelle ausfindig macht, ihm diese unbedingt mitzuteilen und so weiter und so fort. Ich verstehe nicht, wieso dieser hochintelligente Mensch nicht auf die Idee kommt, auf 5-6 Meter seines Grundstückes Mais anzubauen! Das ist ganz einfach. Dazu braucht man wirklich kein Bauer zu sein! Bei einer solchen Einstellung zum Landleben wunder es mich nicht, dass die Permakultur so wenig praktiziert wird. Diese wird ja dann noch mehr fehl eingeschätzt als das simple, einfache Gärtnern. Da fällt mir eine Begebenheit ein, bei einem Besuch der Hermannsdorfer Landwerkstätten, Mitte der 80-er Jahre, als diese Permakultur erfolgreich praktizierten. Eine Bäuerin, die mit in der Besuchergruppe war, zeigte sich stocksauer und grantig und sagte ganz böse un abschätzig: „Das kann mar nur machen, wenn man viel Geld hat!“ Alles andere ist ihr nicht aufgefallen! Natürlich kann man auch mit wenig Geld Permakultur praktizieren, aber dann dauert es länger, bis man grössere Erfolge hat.

Ich ermutige jeden, die Ethik, die Prinzipien und Startegien der Permakultur zu praktizieren, egal wie klein die Fläche ist, wie wenig Zeit und Geld man hat.

Liebe Grüße, Euer Paul R.

Copyright (C) – Paul Rădulescu. Alle Rechte vorbehalten.

 

– 11 – Weihnachten 2014

Liebe Permakulturfreunde!

Jetzt ist die Zeit der schönen Sonnenauf- und untergänge. Der Himmel ist über eine große Fläche von den schönsten Farben bedeckt, fast so schön wie im tropischen Afrika. Es hat schon wieder geregnet; wir haben bereits die Hälfte der durchschnittlichen Jahresmenge erreicht. Wenn es regnet und auch danach, gehe ich nicht in den Garten, weil ich gleich nass werde und das missfällt mir. Die Arbeiten sind nicht so dringend, dass man damit nicht ein – zwei Tage warten könnte, bis alles wieder trocken ist und womöglich die Sonne wieder scheint. Ich nutze dann die Zeit, um in Google praktische, konkrete Informationen über Permakultur zu finden. Leider habe ich bisher nichts Anwendbares gefunden. Meistens ist das gar nicht Permakultur, worüber da geschrieben wird, sondern normales biologisches Gärtnern mit Mischkultur, Fruchtwechsel, Kompost, was für mich nur ein Element der Permakultur ist, aber nicht das wichtigste.

Wir haben weiterhin geerntet: Chou-chous, Avocados, Baumtomaten, Endivien, Blattchicore, Yams, Kürbis, Zwiebeln, Glockenpaprikas (davon haben wir wieder einen vollen Korb gedörrt), Auberginen, einzelne Tomaten, Kartoffeln, Caiguas, wie immer Kräuter und – neu dazu – Brennessel und Neuseeländer Spinat, der im Sommer kaum gewachsen ist. Wir hätten noch Pimpinelle, Mangold und Sauerampfer ernten können, aber dazu sind wir nicht mehr gekommen. Wir essen immer das, was zu verderben droht, wenn es noch länger im Kühlschrank oder im Garten bleibt. Heute erntete ich eine Herkuleskeule, die 133 cm. lang aber nur 5,5 cm. breit ist. Da wird zwischen Schale und Kern nicht viel zum Essen sein …

An Obst haben wir immer noch Guaven (andere Sorten als im Oktober), Quitten und Zitronen. Die ersten Grapefruits haben wir auch schon genossen. Zum ersten Mal nach beinah 20 Jahren trägt der Baum heuer mehr als 20 riesige Früchte. Bisher waren es immer bloß zwei – drei. Ich habe den Baum dieses Jahr genauso behandelt wie bisher, weiss daher nicht wieso nun plötzlich so viele Früchte da sind.

In den großen Töpfen habe ich nochmals die einjährigen Winterkräuter gesät (Senf, Dill, Kerbel, Kresse, etc. mit Radieschen) und in den kleinen (8 bis 10 cm. Durchmesser) Blumen und Gemüse (Kohlrabi, Endivien, Salat, Sauerampfer,, Pimpinelle u.s.w.). Man könnte durchaus noch mehr Arten aussäen, aber gegenwärtig habe ich Samen nur von diesen Arten. Ich säe immer in diese 8 bis 10 Töpfe oder in leere Milchtüten, weil ich mir dadurch das Pikieren erspare. Die Pflänzchen, dies es auf dem Markt zu kaufen gibt (alle Kohlarten, Zwiebel, Lauch, Gurken, Paprika, Tomaten, Auberginen, Kräuter, Salate, Sellerie u.a.) säe ich nicht in Töpfe. Diese kaufe ich und pflanze sie gleich in die Beete. Hier werden sie dann von den Schnecken gefressen, wenn ich nicht regelmäßig, nachts, auf Schneckensafari gehe. Eine Freundin zieht ihre Salatpflänzchen in 15-cm.-Töpfe, die sie auf einem Tisch stehen hat, fern vond en Schnecken und leichter zu kontrollieren. Das habe ich sofort auch gemacht und diese Töpfe ins Gewächshaus gestellt. Vom Erfolg oder Misserfolg werde ich dann in zwei Monaten berichten.

Das Gewächshaus ist jetzt voll mit den kleinen Saattöpfen und mit den grossen, die noch Auberginen, Peperonis und Tomaten tragen, die wir im Laufe der nächsten Wochen noch ernten werden. Die Tomatenpflanzen sterben dann alle wegen des Mehltaus ab, aber die anderen halten sich meistens noch ein Jahr lang, werden im kommenden Sommer wieder weiter wachsen und Früchte tragen. Wir sind gerade dabei, unser zweites Gewächshaus erweitern zu lassen. Hier hoffe ich dann Bodenanbau betreiben zu können, was ich bis jetzt, aus Platzmangel, nicht machen konnte.

Vor dem Gewächshaus stehen die Töpfe in welche ich Stecklinge von abgebrochenen Zierbüschen habe (gegenwärtig nur Schönmalve, Weihnachtsstern, Sukkulenten, Flaschenputzer) und die Töpfe mit den Tulpen-, Narzissen- und andere zwiebeln. Stecklinge von verschiedenen Pflanzen zu machen ist auch eine Dauerbeschäftigung, die ich bisher zu erwähnen vergessen habe. Das mache ich auch nicht gezielt, sozusagen, sondern immer nur dann, wenn von einer wichtigen Pflanze ein Ästchen abbricht oder wenn beim Schneiden (beim Wein) günstiges Material anfällt. Dann versuche ich Stecklinge zu bewurzeln.

Das Gewächshaus braucht nicht viel Pflege. Man muss, am besten täglich, einen Kontrollgang auf Schädlinge machen, ein Mal die Woche giessen und nur selten Lüften (weil es nicht vollständig luftdicht ist).

Die Rodung und Weiterverarbeitung der selbst ausgesäten Pinien ist abgeschloßen. Wir haben nun eine neue, sonnige, 20 bis 25 Quadratmeter große Fäche gewonnen. Die grünen Piniennadeln habe ich zu meinen Pilzbeeten gebracht, sie drum herum verteilt, um sie von Schneckenmigranten zu schützen, und zu anderen Pinien, unter denen ein Substrat für Steinpilze entstehen soll. Es waren zwei größere und mehrere kleine Pinien und Ilexeichen. Ich habe lange mit mir gekämpft, bis ich mich zur Rodung entschloßen habe, denn wir haben nur noch wenige, vollsonnige Beete. Global gesehen, müssten die Menschen Milliarden Bäume neu pflanzen, nachdem die tropischen Urwälder abgeholzt und nicht ersetzt wurden. Dann wäre jemand wieder da, der Sauerstoff produziert, und die Klimaänderung nur halb so schlimm!

Die Baumscheiben meiner Obstbäume sind immer mit Mulch oder lebendige Pflanzen bedeckt. Zu einem Baum habe ich für diesen Zweck etliche Tradeskantien gepflanzt, die ich aus Stecklingen selber gezogen habe. Im Winterhalbjahr ist alles vom Sauerklee bedeckt, sonst sind es nur drei – vier Teppichpflanzen (Bodendecker), deren Namen ich nicht kenne. Zu den Baumscheiben bringe ich auch die Asche und immer wieder neuen Mulch.

Vor zwei Jahren habe ich Clivia gesät, von denen wir etwa sechs – sieben ins Blumenbeet pflanzen konnten. Im Frühjahr säte ich Amaryllisse, die ich dann nächstes Jahr auspflanzen werde.

Von meinen vier Kompostboxen haben wir eine ausgeleert, eine zweite kommt als nächste dran. Die dritte wird dann mit Gartenabfällen und Hühnerhofeinstreu gefüllt. Die vierte hätten wir schon vor über einem Jahr ausbringen können, aber dann wuchsen Parasolpilze darin so dass wir den Kompost nicht auf die Beete ausbringen konnten. Da im Oktober gerade wieder Pilze hochkammen, werden wir heuer den Inhalt wieder nicht ausbringen können.

Wir haben immer noch zu roden und zu schreddern, aber Kräuterjauchen mache ich im Winter nicht, weil das Pflanzenwachstum bei den meisten zum Stillstand gekommen ist. Dafür muss ich jetzt viel jäten, hauptsächlich den Sauerklee, mit dem ich gleich mulche oder die Hühner füttere. Sie legen ja immer noch fleissig ihre Eier.

Es gibt Leute, die die Gartenarbeit hassen. Das verstehe ich nicht!!!

Liebe Grüße, Euer Paul R.

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– 12 – Januar 2015

Liebe Permakulturfreunde!

Die Raunächte und die Feiertage sind vorbei, eine Zeit in der man nicht viel arbeiten soll. Das war bei uns auch der Fall, aber mehr wegen der kurzen Tage und der Tätigkeiten, die mit dieser Periode verbunden sind.

Am 13. Dezember hat es das letzte Mal geregnet. Gemüsebeete, junge Bäume und die Topfpflanzen müssen bewässert werden.

Gesät habe ich in die neuen Beete, dort wo wir die Pinien gefällt haben: Radieschen, Radies, Mairüben und Möhren, dazwischen Dill oder Borretsch. Hier muss ich täglich giessen.

Die Pinien haben wir nicht nur wegen des Schattens gefällt, sondern auch weil sie eine erhöhte Feuergefahr in der Nähe des Wohnhauses bildeten. Die Pinienkerne zu ernten und zu knacken ist mit viel Arbeit verbunden (darum sind sie so teuer). Man muss die Zapfen vom Baum pflücken, denn wenn sie herunterfallen, geht ein Teil der Kerne verloren. Dann entfernt man die Kerne aus den Zapfen, was auch nicht einfach ist. Dabei verklebe ich meine Hände immer mit Harz. Dann knackt man diese kleinen Kerne irgendwie, weiss aber nicht genau wie. Ich habe sie immer mit dem Hammer aufgeschlagen und mir häufig auf die Finger geklopft. Die Pinien lieferten uns jedoch ein sehr gutes Brennholz.

Vom Markt habe ich Pflänzchen von Brokkoli, Blumenkohl, Portugiesisches Kraut, Knollensellerie, Zwiebel, Lauch und zwei Salatsorten gebracht und in die Beete gepflanzt. Die sind dermaßen billig, dass ich mir nicht mehr die Mühe mache sie selber zu ziehen.

Geerntet haben wir Kartoffeln, Salate, Chou-chous, Caiguas, Baumtomaten, Rote Beete, Pastinaken, Avocados, die letzten Guaven, die ersten Zitrusse (Orangen, Grapefruit, Kumquat) und die Äpfel, die im September geblüht haben. Die Guaven sind jetzt nicht mehr süss und Zitrusse noch nicht süss. Dazu fehlen einfach ein paar Grad. Wir haben mittags im Schatten 13 bis 14. Auch Radies haben wir schon, aber leider nicht sehr lange (nur 10 cm. haben sie geschafft). Die werden selten so schön, lang und dick wie in Bayern – wir wissen aber nicht warum. Die Okras waren heuer wieder zu klein und zu hart. Mal ist es der Mais, mal die Pastinaken oder die Möhren oder sonst was. Da lese ich über einen Mann in Mexiko – Jose Carmen Garcia – der riesiges Gemüse angebaut und geerntet hat. Niemand hat sich die Mühe gemacht sein Wissen und sein Können zu untersuchen und zu erforschen. In einer Kleinstadt in unserer Nähe – Loule – hat ein Mann riesige Tomaten gezüchtet so dass die Marktfrau, die diese verkaufen sollte, sie unter dem Tisch aufbewahren musste, aus Angst negativ angesprochen zu werden. Ich habe Fotos von Kürbissen gesehen, die auf einer Palette lagen und eine Tonne gewogen haben! Also wenn ich mein Minigemüse sehe, frage ich mich schon wie die das nur machen! Es sind auch immer nur Privatleute, die solche Erfolge melden, und nie die Wissenschaft als solche!

Mit unserer Selbstversorgung ist es ja so, dass wir ja genug, teilweise sogar viel haben, aber nicht alles. Immer wieder haben wir Misserfolge bei einigen Sorten, so dass wir entweder mit Freunden tauschen oder diese am Markt einkaufen, wenn wir sie unbedingt jetzt haben wollen. So tauschten wir vor zwei Wochen mit einer Bekannten unsere Produkte (Hühnereier) gegen ihren Feldsalat (unserer wurde von den Schnecken gefressen) und von einer anderen bekamen wir, auch im Tausch, Mandarinen, die wir ebenfalls nicht haben. Unser Tauschgeschäft funktionniert ganz gut, meistens mit Eiern (die meisten halten keine Hühner) oder halt Avocados, je nach dem was die Saison gerade bietet.

Geerntet haben wir auch schon von den Winterkräutern, die ich immer ab September in großen Töpfen säe: Senf, Winterportulak, Kresse, Kerbel, Dill, Barbarakraut, etc.

In den Medien las ich die Empfehlung so viel Gemüse wie nur möglich selber anzubauen. Das war mal ein guter Artikel!!! Ja, das kann ich nur unterstreichen und möchte daran erinnern, dass man auch auf allerkleinstem Raum etwas ziehen kann. Wenn man nicht einmal einen Balkon hat, dann kann man am Küchenfenster Keimlinge ziehen oder zwei-drei Blumentöpfe mit Küchen – oder Heilkräuter haben. Bei sehr wenig Platz soll man mit Kräuter beginnen, die die Gesundheit enorm verbessern – sie sind nämlich die beste Krankenversicherung! Man kann natürlich auch salate, Radieschen, Schalotten, Knoblauch und viele andere Pflanzen ziehen. Mit einem Balkon ist man fast schon ein König da, ausser Geranien, in Balkonkästen auch größere Töpfe mit Gemüse Platz haben, eine Wurmkiste oder Pilzkultur unter dem Tisch und eine Kletterpflanze (Gurke, Kürbis) sich noch oben befinden kann. Also für mich alles kein Problem. In diesen Kästen und Töpfe erscheinen dann bestimmt auch „Wildkräuter“, die man alle essen kann und die noch gesünder als das Gemüse sind. Wer befürchtet, deswegen als Spinner eingestuft zu werden, der könnte zwischen den Geranien Kräuter pflanzen (Thymian, Basilikum, Majoran, Dost, Borretsch, Schnittlauch), Zwiebel, Radieschen oder Kamillen und Ringelblumen. Wer einen Reihenhausgarten hat, müsste schon vom Gesetz her verpflichtet sein anstatt den unnutzen Rasen + Rosen lieber Kraut + Rüben zu ziehen!

Das Roden geht weiter. Diesmal war eine Hecke dran, die die Solarpaneele beschattet hat. Ich wusste nicht, dass schon ein paar Quadratzentimeter Schatten auf einer Ecke, die Effizienz von drei Paneelen um 10% (oder mehr?) reduziert.

Liebe Grüße, Euer Paul R.

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– 13 – Februar 2015

Liebe Permakulturfreunde!

Seit drei Tagen blühen die ersten Mandelbäume! Das heißt normalerweise, dass der halbe Winter vorbei ist und dass es nicht mehr viel kälter werden wird als es bis jetzt war. Auch viele andere Blumen, Kräuter und der Sauerklee blühen ebenfalls wunderschön. Es ist eher Vorfrühling als Winter. Vor der Haustür, in den Töpfen, erfreuen uns auch die Erdorchideen, Stiemütterchen, Weihnachtskaktusse und Weihnachtssterne. Auch Schmetterlinge und die grossen, blauen Hummel fliegen wieder herum!

Vor ein paar Tagen ist mir aufgefallen, dass meine Exfrau und ich die am längsten hier, in einem Umkreis von 1000 Meter, wohnenden Personen sind. Es gibt etwa 35 Häuser, deren Bewohner und Besitzer alle nach uns hergezogen sind. Das ist eine erstaunlich hohe Fluktuation. Mit vielen unterhalten wir ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis. Es sind allerdings andere Leute, als die von vor 25 Jahren. Damals waren die Neuen eher Minimalisten, Pioniere, harte Arbeiter. Die Heutigen sind besser situierte, Luxus gewohnte und anspruchsvolle Mitbürger, mit einer anderen Einstellung zu Land und Leuten.

Zu den Äpfel, die ich im Januar geerntet habe, möchte ich noch hinzufügen, dass sie jetzt kleiner waren als sie im Sommer sind, und rot, was sie im Sommer nicht sind. Auch waren sie frei von Maden und haben wunderbar geschmeckt. Die Bäume haben schon einige Male im September geblüht, aber noch nie Früchte gemacht. Der Grund, die Ursache dafür ist mir unbekannt. Wenn man diese Sache untersuchen würde, könnte man vielleicht eine neue Apfelsorte züchten!

Auch einige Brombeeren sind im Januar ausgereift – für mich eine erste Erfahrung.

Von unseren 45 Fischchen leben leider nur noch 9. Ein Reiher hat sie gefressen. Es war das erste Mal, dass der Wasserstand über drei-vier Wochen sehr tief war. Es war nicht nötig zu bewässern, so dass sich der Wasserstand nicht automatisch wieder erhöht hat, wie sonst bei regelmäßiger Bewässerung. Wenn die Zisterne voll oder halbvoll ist, können die Fische vor Räuber in die Tiefe flüchten. Auch ein grosses Stück Korkeichenrinde hat ihnen einen gewissen Schutz geboten. Noch nie habe ich hier, auf unserem Grundstück, Wasservögel gesehen. Das Meer ist etwa sieben Kilometer Luftlinie von uns entfernt. Woher hat dieser Vogel gewusst, dass er, ausgerechnet hier und jetzt, die Möglichkeit hat Fische zu fangen???

Wir haben ein neues Beet von etwa 25 qm angelegt. Erst wollte ich die Fläche nur Roden aber dann hat mich die schöne Stelle gereizt, sie gärtnerisch anzulegen, so, in meinem Stil, mit Steinumrandung, kleine Terassen und Beeten unter Einbezug von einigen Bäumchen und grossen Steinen. Im Norden habe ich Sonnenblumen ausgesät mit Saubohnen, dann Kichererbsen mit wilden Wicken und weitere Saubohnen mit Alexandrinerklee. Im Sommer wird diese Fläche brach liegen, im Oktober werde ich dort Kartoffeln und Erbsen aussäen. In einem anderen Beet habe ich einige Quadratmeter mit Grünkohl, Kartoffeln und dazu, am Rande, Goldlack gepflanzt.

Früher führte ich über jedes Beet Buch. Diese Arbeit mache ich mir inzwischen nicht mehr. Deshalb ist es mir schon drei Mal passiert, dass ich vergessen habe was da gewachsen ist. Im Herbst wollte ich in einem gewissen Beet Erbsen pflanzen, aber zu meiner großen Überraschung haben da Kartoffel ausgetrieben. Ich hatte sie vergeßen zu ernten. Diese erntete ich nun vor einigen Tagen. Sie schmeckten wie immer wunderbar.

Geerntet haben wir außerdem noch Kopfsalat, Rote Rüben, Glockenpaprika, Chou-Chou, Caigua (Wild Cucumber, Cyclanthera pedata), Baumtomaten, Avocado, Orangen, Grapefruit, Zitronen, Kumquat, Küchenkräuter, aus dem Gewächshaus einige Tomatchen, Paprika, Radies und zwei kleine Auberginen. Die letzten Kürbisse haben wir verzehrt, weil sie faulen begannen. Meistens kochen wir eine Gemüsemischung von dem, was gerade reif ist. Am Markt kaufen wir nur selten etwas ein, in den letzten Wochen beispielsweise Karotten, Tomaten, Äpfel und Bananen, also das was wir nicht haben.

Als Fleischersatz oder Eiweisslieferant dienen uns die Hühnereier, Sojaprodukte, Erbsen, Bohnen, Linsen, Pilze, Nüsse, Samen (Sonnenblumen, Kürbis, Sesam, Hanf, Schwarzkümmel, Chia, Senf).

Wir hätten auch noch verschiedene Blattpflanzen (Mangold, Sauerampfer, Pimpinelle, Blattsellerie, Löwenzahn, Brennessel), Kohlrabi und Pastinaken ernten können, sind aber nicht dazu gekommen. Einmal haben wir auch Feldsalat gegessen, aber für ein zweites Mal hat es heuer wieder nicht gereicht.

Den Hühnern gebe ich Gejätetes und klein geschnittene Brennessel. Davon gibt es diesmal aber nur wenig, weil durch die lange Trockenheit bedingt weniger gewachsen sind.

Aus der Asche siebe ich die Kohlstückchen heraus und werfe sie auf die Gemüsebeete. Das ist das einzige, was ich von der Terra Preta Herstellung übernommen habe.

Die Gewächshäuser muss ich täglich kontrollieren und alle paar Tage giessen. Hier stehen ja die großen Töpfe, in welche Tomaten-, Paprika-, Peperoni-, Auberginenpflanzen überwintern, gemischt mit Schalotten, Zwiebeln, Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Basilikum und andere Kräutern. In den Saattöpfchen wachsen Pflanzen von verschiedenen Blattfplanzen, Blumen, Artischocken heran. Sobald diese Pflänzchen ausreichend gross sind, kommen sie heraus, werden der Sonne und der Kälte angepaßt und dann, nach einigen Tagen, in die Beete gepflanzt. Direkt im Boden wachsen Neuseeländer Spinat, Radies, Erbsen und zwei Papaya-Pflanzen.

Liebe Grüße, bis zum nächsten Mal, Euer Paul R.

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– 14 – März 2015

Liebe Permakulturfreunde!

Der Winter ist vorbei! Gute zwei Wochen hatten wir winterliches Wetter, mit niedrigen Temperaturen, starkem Wind und einmal sogar leichte Frostschäden bei tropischen Pflanzen aber kein Regen. Das letzte Mal regnete es vor beinah sieben Wochen. Aber das Frühjahr kommt oder ist bereits schon da. Die Mandelblüte ist auch im Anehmen, der Höhepunkt überschritten. Ich fürchte wir werden nicht viele Mandeln ernten, weil es die ganze Zeit kalt und sehr windig war. Habe keine Bienen in den Blüten gesehen. Die Mandelblüte ist für mich ein wunderschönes Ereignis. Sie ist hier vielleicht nicht so sensationell, wie die Kirschenblüte in Japan, hätte aber durchaus das Potential dazu. Würde man in landwirtschaftlichen Schutzgebieten einige Hunderttausend Mandelbäumchen pflanzen anstatt unnötige Grosseinkaufszentren, Autodrome, Fussballstadien, Kinderabenteuerplätze, endlose Anzahlen von Fünfsterne-Hotels und Golfplätze (bereits 20 in den Algarve vorhanden), dann könnte unsere Touristenindustrie auch damit Werbung machen, wie jene in Mallorca. Außer Mandeln blühen jetzt weitere 55 verschiedene Blumen und Büsche. Bei dieser Blüte ist es für mich eine große Freude durch die Landschaft zu fahren.

Nach 20 Jahren fand ich wieder auf meinem Grundstück ein altes Hufeisen. Das hat mich richtig gefreut. Früher fand ich mehrere ganze und etliche halbe Hufeisen, kleine von Eseln oder Fohlen und mittelgrosse von Maultieren oder kleinere Pferde. Seitdem es keine Esel, Maultiere, Pferde und zweirädrige Wägen mehr gibt, finde ich auch kaum noch Hufeisen. Deswegen war ich doppelt erfreut, nach so langer Zeit, wieder Mal eins zu finden. Wie es so lange in der Erde überlebt hat, ist mir ein Rätsel. Verschwunden sind auch der Wagner, der Dorf-Hufschmied, der Sattler und all‘ ihre Artikel, die man für dieses Leben mit den Tieren braucht. Es gibt einige Reitpferde, die aber kaum auffallen. Vor 20 Jahren gab’s davon auch mehr, glaub‘ ich. In meiner Kindheit hieß es immer, es bringe Glück, wenn man ein Hufeisen finde. Es musste auf der Stelle bespuckt und anschließend hinter sich geworfen werden. Schlug man dabei versehentlich eine Fensterscheibe ein, galt das als Pech!

Habe mehrmals erlebt, dass die Leute hier, aber auch die Ausländer, die in den Tropen gelebt haben, das tropische Obst und Gemüse nicht kennen. Von meinen Baumtomaten, Chou-Chous, Caiguas und Yams verchenkte ich etliche. Niemand wusste aber wie man sie isst, obwohl es Baumtomaten, Chou-Chous, Manioc und Taro in einigen Läden zu kaufen gibt. In unserem Dorf wächst eine grosse Papaya-Pflanze an der Ostseite eines Hauses, die voll großer Früchte ist. Auch die kennt niemand und die Yacon auch nicht. Von er Yacon war ich dermaßen begeistert, dass ich gleich welche zum pflanzen bestellte und ein paar andere tropische Gewächse gleich noch mit dazu. Auch Gemüsesamen habe ich schon bestellt, jene Sorten, die es hier nicht zu kaufen gibt.

Die Chou-Chou (Sechium edule), die Caigua (Cyclanthera pedata) und erst Recht die Yacon oder die Topinambur hätten durchaus das Potential in grösseren Mengen für den Markt und fürs Ausland angebaut zu werden. Das tut aber niemand hier, und in Andalusien auch nicht. Versteh‘ nicht warum, denn bei mir wachsen sie prächtig.

Am Sonntagsmarkt habe ich Pflänzchen von zwei Sorten Salat, Lauch, Zwiebelpflanzen und Kohl gekauft. Anschließend pflanzte ich sie gleich in die Beete ein. Zum Lauch pflanzte ich Blattsellerie aus dem Gewächshaus hinzu, dazwischen säte ich Möhren. Die Salate mischte ich mit meinen Kohlrabis, dazwischen dann Dill und Radieschen oder Mairüben. Zum Kopfkohl säte ich Rote Bete und Dill dazu. Weiter dazwischen fügte ich Ringelblumen, Centaureas und eine Margareten Art, die ich aus Samen vorzog. Die Zwiebelpflanzen mischte ich mit den Salatpflanzen und am Ende des Beetes kamen Blumen.

Geerntet haben wir Rote Rüben, Pastinaken, Cicoree-Salat, Kopfsalate, Chou-Chou, Avocados, Kartoffeln, Yams, Erbsen (aus dem Gewächshaus), wie immer auch eine Menge Kräuter, Orangen, Zitronen und Kumquats. Wir könnten auch noch andere Blattpflanzen ernten, vor allem den Neuseeländer Spinat, der im Gewächshaus enorm gewachsen ist. Die ersten Salate konnten wir auch ernten, die ich vor zwei Monate im Gewächshaus, versuchsweise, in 15 cm-Töpfe pflanzte. Das Ergebnis ist zufriedenstellend, weswegen ich auch sofort, jedoch nach vorherigem Austausch der Erde, neue Pflanzen in den gleichen Töpfen einbringen werde. Den Erfolg hatte ich soweit mit nur einer Salatsorte, die zweite ist noch nicht erntereif.

Ernten konnte ich das erste Mal auch eine tropische Frucht, deren Namen ich nicht kenne. Die Frucht selbst kenne ich von einer meiner Reisen in den Tropen. Vor 11 Jahren säte ich die Samen in Töpfen und erst nach so langer Zeit kamen die ersten reifen Früchte empor. Was für eine Riesenenttäuschung! Die Früchte sind gallebitter, man kann sie kaum essen. Ich verstehe das nicht. Hab‘ ich vielleicht die Pflanze verwechselt? Oder unser Klima ist zu kalt für dieses Obst. Das 1-Meter große Bäumchen wuchs auch sehr langsam insgesamt.

Die Enten beginnen Eier zu legen. Wir haben nur noch 13, weil ich sieben verschenkte. Die sieben Hühner legten im Schnitt etwa drei Eier täglich. Auch davon tauschen wir die meisten ein. Eine Kompostbox ist schon fast voll mit neuem Material, die andere dagegen noch leer. Den Inhalt jener mit den Pilzen und jener der vierten Box werden wir auf die Beete ausbringen. Pilze sind keine mehr gekommen, vielleicht weil es zu trocken war.

Das neue Gewächshaus ist fertig. In Saattöpfen brachte ich zehn verschiedene Tomatensorten und fünf verschiedene Peperonisorten unter. Die Saattöpfe sind selten kleiner als acht bis zehn cm. Durchmesser. Leere Milchtüten verwende ich auch dazu. In den größen Töpfen, mit 40 bis 60 cm. Durchmesser, sind fast alle Auberginenpflanzen und einige Tomatenpflanzen eingegangen. In diesen Töpfen wachsen auch noch Ringelblumen, Zwiebel, Schalotten, Peperoni, Kräuter und Yams. Diese Pflanzen werden jetzt von uns verzehrt oder in Beete umgepflanzt und die Erde ausgetauscht. Diese Töpfe mit der neuen Erde stellte ich ins neue Gewächshaus und säte darin Senf, Dill, Kerbel, Radieschen, Winterheckzwiebel und Feldsalat. Dieser Vorgang geht mit weiteren Töpfen weiter, in welche ich dann anderes aussäen werde (Schwarzwurzel, Möhren, Radies, etc.).

Früher hatten alle meine Gemüsebeete eine Nummer. Ich führte genau Buch über sämtliche jeweilige Aktivitäten. Inzwischen mache ich das nicht mehr. Die neuen Beete tragen nun Namen. Damit kann ich sie leichter identifizieren.

Liebe Grüße, bis zum nächsten Mal, Euer Paul R.

Copyright (C) – Paul Rădulescu. Alle Rechte vorbehalten

– 15 – März 2015

Liebe Permakulturfreunde!

Seit einigen Tagen, bei 22 Grad im Schatten, kann man sagen, dass das Frühjahr schon da ist. Die schönste Jahreszeit beginnt. Es blühen die meisten Wildkräuter, Zistrosen, Akazien, die Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen, Wildbirnen, Rosen und viele andere Gartenpflanzen. Die ganze blühende, in Maigrün gefärbte Landschaft „ist ein Riesengarten“, wie es einer meiner Freunde mal richtig erkannt hat, vor allem wenn man von einem Hügel in Richtung Meer blickt. Die Schwalben sind seit zwei-drei Wochen da, während die Rotkehlche wieder weg zogen. Im Januar hatten wir die zweite Apfelernte, jetzt haben wir die zweite Johannesbrot-Ernte, während die Orangenbauern bereits drei Ernten hinter sich liessen. Das ist die Klimaveränderung! Im letzten Halbjahr gab es keinen Sturm, dafür aber zwei Mal sehr starken Wind. Dieser hat den Grossteil unserer Avocados heruntergeschüttelt, etwa vier-fünf Steigen voll, die wir zu einer Creme, zu einem Brotaufstrich, verarbeitet und tiefgefroren oder an Freunde verschenkt haben. Die Heizsaison hat aufgehört. Unsere Kräuter trocknen wir im Dörrex (mit Solarstrom!) und nicht mehr über dem Holzofenherd.

Mein Tagesprogramm beginnt morgens in der Dämmerung mit der Fütterung der Tiere. Dann stelle ich mir eine Liste mit den Tätigkeiten auf, die ich heute erledigen muss und beginne mit dem Wichtigstem bzw. Dringendstem bis mittags, wenn ich meine Siesta mache. Danach füttere ich zum zweiten Mal die Tiere. Meistens folgt anschließend das Ernten der Gemüsearten, die ich dann zum Kochen oder Lagern bearbeite. Geerntet wird was gerade reif ist und im Kochtopf mit den entsprechenden Kräutern und Salate geschmacklich zusammenpasst. Das ist eine Mischung von verschiedenen Blatt- und Wurzelgemüsearten, die ich, weil es schnell gehen muss, entweder in der Pfanne mit Tofu oder Eier brate oder im Topf koche, mit Sojageschnetzeltem und dann püriere. Anschließend folgt wieder Gartenarbeit, die aus Giessen, Bewässern, Tank auffüllen, Schläuche kontrollieren und so weiter besteht. Wenn es finster wird, höre ich mit der Arbeit auf. Das alles hört sich nach sehr fleissig und busy an, aber ich mache zwischendurch viele Stops und Pausen, weil meine körperliche Leistung doch sehr nachgelassen hat und mich auch allerhand Glieder- und Muskelschmerzen plagen. In der Hemdtasche trage ich immer einen Zettel und Schreibzeug mit, um mir sofort alles notieren zu können, was mir so im Laufe des Tages einfällt. In der linken Hosentasche habe ich immer ein schweizer Taschenmesser, in der rechten Schnüre und die Schlüssel. In der rechten Gesäßtasche steckt meine Gartenschere mit der ich sofort Äste und Stauden wegschneiden kann, wenn sie stören.

Wir haben die ersten Erbsen und Saubohnen geerntet, die hervorragend geschmeckt haben. Wir ernten auch die Salate, Radieschen und Radies, die wir am 4.1.2015 gepflanzt bzw. gesät haben. Da die Erde mit sehr viel Kompost verbessert wurde, hatte ich noch nie so grosse Radieschen – 5 cm dick, zart und sehr wohlschmeckend. Die Blätter dieser Radies und Radieschen essen wir natürlich auch, wie Spinat, gemischt mit anderem Blattgemüse wie Neuseeländer Spinat, Melde, Mangold, Brennessel, Borretsch, Pimpinelle, Löwenzahn, Sauerampfer, Blattsellerie, Krautarten und so weiter, mal die einen, mal die anderen. Diese Gerichte aus frischem Biogemüse schmecken aussergewöhnlich gut. Ich bezweifele, dass sie in einem 5-Sterne-Lokal auch so gut schmecken! Um diese Qualität fast täglich zu haben, lohnt sich jede Mühe und alle Unkosten.

Die neuen Solarpaneele haben wir auf eine Konstruktion gestellt, damit wir darunter ein Gewächshaus einrichten können, um die Zisterne herum. Die Entscheidung für diese Investition haben wir gefällt, um den Negativzinsen zuvor zu kommen und um vom öffentlichen Stromnetz unabhängig zu sein. Im Gewächshaus haben wir eine lichte Höhe von 2.3 Meter. Diese reicht aus, um Kletterpflanzen, Stauden und Gemüse anzubauen, also Bäumchen. Hier habe ich viele 30-Liter-Kanister und einen 700-Liter-Behälter für Giesswasser. Zwei Bodenbeete haben bloß 1.5 Quadratmeter, um erst einmal Erfahrungen zu sammeln. Ich könnte nur noch zwei-drei Qm. anlegen, weil die Fundamente viel Platz wegnehmen, wenn die Pflanzen im Boden gut gedeihen.

Auch haben wir 30 grosse 60-Liter Töpfe mit Gemüse eingesät und etwa 200 Saattöpfe mit anderen Gemüsearten, Blumen und Kräutern. Meine Saattöpfe haben einen Durchmesser von etwa 10-15 cm. Dadurch erspare ich mir das Pikieren.

Der Ausfluss der Zisterne geht durch den neuen Teil. Von hier aus kann ich auch Wasser anzapfen. Eines der zahlreichen Grossgewächshäuser in unserer Umgebung verbraucht etwa 10 Liter pro Quadratmeter und pro Tag. Ich dagegen verbrauche nur die Hälfte – ich habe es gemessen! Nun habe ich diese 200 Saattöpfe gleichzeitig gesät. Sie werden ungefähr alle gleichzeitig ausgepflanzt und dann auch zur gleichen Zeit geerntet werden müssen. Das soll aber kein Muster für andere sein. Hätten wir diese Saat über drei-vier Wochen verteilt, wären wir mit dem Auspflanzen in den Juni hereingekommen. Dann wäre es aber schon zu heiß gewesen. Viele Pflänzchen würden den Schock nicht überleben, eingehen oder nicht mehr weiter wachsen.

Im alten Gewächshaus ist jene Papaya-Pflanze, die schön wuchs, auf halber Höhe verfault. Weiss nicht warum. Sie treibt von unterhalb der faulen Stellen wieder aus. Die Blüten und die kleinen Früchte, die sich oberhalb schon gebildet haben, verderben leider auch.

In einer portugiesischen Zeitschrift las ich über einen Bauer, der erfolgreich Luffa anbaut und verkauft, welche zu Schwämme und anderem weiter verarbeitet werden. Das ist wieder ein positives Beispiel für eine kreative, einfallsreiche, mutige Initiative. Warum gibt es so selten solche Fälle?

Unsere Physalis-Früchte sind jetzt reif aber immer sauer und bitter. Man sagte mir, dass diese eine Weile lagern müssten, damit sie süss werden.

Der Zitrusschwämme versuchen wir auch Herr zu werden, indem wir den Saft tieffrieren. Zu den Baumscheiben bringe ich alle rostigen Drähte, Nägel und sonstige Eisenstücke aber keine leeren Konservendosen (wie es Bill Mollison empfiehlt). Im Boden fehlt Eisen.

Die Dauerjobs gehen natürlich weiter: Roden, Schreddern, Mulchen, Jauche machen und ausbringen, Schneckensafari, Jäten, Giessen, Bewässern, Pflanzen, Kompostieren, Kompost ausbringen und so weiter.

Liebe Grüße, bis zum nächsten Mal, Euer Paul R.

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– 16 – April 2015

Liebe Permakulturfreunde!

In den letzten drei Wochen waren die Temperaturschwankungen enorm. Zuerst war es unterdurchschnittlich kühl (15 Grad), dann abnormal heiß (28 Grad) und jetzt ist es wieder kühl (16-17 Grad). Normal müssten es 18-22 Grad sein. Erst war ich erkältet, dann hat mir die plötzliche Hitze (an der Südseite des Hauses hatten wir 30 Grad im Schatten) viel zu schaffen gemacht. Bei 28 Grad war Sommer: die Fenster waren nachts offen, so im Gewächshaus die Türen, Sandalen, kurzärmelige Hemden, Mütze auf den Kopf als Sonnenschutz, Sonnenschirm auf der Terrasse, Siesta in der Hängematte, etc. Und im Garten war alles trocken, der flächendeckende Sauerklee vertrocknet, die ersten kahlen Stellen in der Landschaft bereits vorhanden.

Obwohl ich selten Kohlweisslinge sehe, sind die Kapuzinerkressen, die jetzt herrlich blühen, voller Raupen. Ausser Schnecken haben wir sonst keine Schädlinge im Moment und hatten auch keine den ganzen Herbst und Winter lang.

Nochmals zu EM und Terra Preta: es sind sehr gute Hilfsmittel, aber für mich zu arbeitsintensiv. Stattdessen bestelle ich Kompost, vier Kubikmeter zu 130,- euro, zwei drei Mal im Jahr. Zusätzlich zu meinem eigenen Kompost reicht diese Menge für Gartenbeete und Töpfe. Durch diese Kompostmengen und den vielen Sand (1-2 Fuhren pro Jahr) hat sich der Boden in den Beeten erheblich verbessert. Fluten, wie vor 15-20 Jahren, kann ich diese Beete nicht mehr, weil Unmengen an Wasser im Boden verschwinden. Das Wasser breitet sich nicht mehr auf der Oberfläche aus sondern versickert direkt in die Tiefe.

Die Tulpen haben mich heuer wieder enttäuscht. Weder die vom letzten Jahr noch die dazu gekauften haben schon geblüht.

Selbstausgesäte Tomaten in einem Beet haben schon am 23.3. rote Früchte gehabt, aber die Pflanzen sind leider gleich danach an der Blattwelke oder Ähnlichem eingegangen.

Geerntet haben wir Erbsen und Kerbel, Saubohnen und Koriandergrün, Kartoffeln, Ingwer, Salate, Schalotten, Radieschen, Radies, Kohlrabi, Taro, verschiedene Kräuter (zum Salat Winterportulak, Grün im Schnee, Senf, Barbarakraut, etc.), Sauerampfer, Blattsellerie, viele Avocados, Zitrusse, Naspeln (japanische Wollmispeln). Bei den 28 Grad sind die Radieschen gleich hart und faserig geworden und haben zu schießen begonnen, teilweise auch die Radies. Die Kohlrabis waren etwa 10 Monate alt, aber immer noch zart. Taro hatte nur sehr kleine Knollen – eine kleine Enttäuschung. Mit den Avocados machten wir Brotaufstriche und diese dann tief gefroren. Fast täglich sammle ich Früchte vom Boden auf. Die meisten sind angeknabbert. Ich dachte es seien die Baumratten, bis ich eines Nachts einen Igel erwischte, der laut schmatzend eine Avocado gerade fraß. Am anderen Morgen war nur noch der Kern da gelegen. Die Avocados pflücken wir selten vom Baum, wir warten bis sie herunterfallen.

Des Weiteren konnten wir noch Mangold, Cicore-Salat, Grünkohl, Neuseeländer Spinat, Speisechrisanthemen, Brennessel ebenfalls ernten. Die Nesseln sind nachgewachsen, die zweite Ernte hat begonnen.

Die Brokkoli- und Blumenkohlpflanzen, die ich im Herbst gepflanzt hatte, beginnen schon zu blühen, obwohl sie nur drei-vier Blätter haben. Sie werden also wieder keinen Ertrag ergeben und ich weiss nicht warum.

Zwei weitere Beete mit Mais, Bohnen, Kürbis, Okra, Tagetes, Sonnenblumen habe ich ausgesät. In Saattöpfe habe ich auch Mais und Okra, Zierpflanzen aus den Tropen und Argannüsse ausgesät. Die Zierfplanzen brauche ich eigentlich nicht, aber über die Argannüsse aus Marokko habe ich mich sehr gefreut.

Gepflanzt habe ich Salat, Sauerampfer, Blattcicore, Blumen (Godlack, Margareten, Centaurea, Ringelblumen), Kräuter und die Peperoni, die letztes Jahr in grossen Töpfen waren. Sie beginnen wieder auszutreiben. Von den letztjährigen Tomaten und Auberginen haben heuer keine Pflanzen den Winter überlebt. Selbstgezogene Tomatenpflanzen habe ich in die grossen Töpfe und in die Beete umgepflanzt.

Vom Markt habe ich Zwiebelpflänzchen, Auberginen, Gurken und Salat gepflanzt. Vor dem Pflanzen werden alle Beete geräumt, tief gehackt und mit viel Kompost angereichert.

Freunde haben ihren Rasen vertikutiert und mir fünf grosse Säcke Schnitt gegeben. Dieses Material ist in den Hühnerhof gekommen, zur grossen Freude der Hühner und Enten. Auch gekaufter Stroh und Gejätetes liegt hier. Wenn es mit Erde und Mist gut vermischt ist und braun wird, kommt es auf den Kompost. Zwei Boxen sind frei.

Im Gewächshaus muss ich nur giessen und die Türen morgens auf und abends zu machen, ein bisschen jäten und auf Schädlinge achten.

Wir haben einen neuen, dritten Froschteich fertiggestellt und mit Wasser und flachen Steinen gefüllt. Er ist, wie die anderen, etwa anderthalb Quadratmeter gross, an der tiefsten Stelle etwa 40 cm. tief und fasst vielleicht 500 Liter. Im Sommer muss ich immer Wasser nachfüllen, damit nicht alles Leben da abstirbt. In einem der anderen Teiche sitzt bereits ein Frosch, in der Zisterne sind auch schon zwei eingezogen. Das freut mich doch sehr.

Wir haben begonnen die Bewässerungsschläuche aus dem Mulch und dem Pflanzenwuchs hervorzuholen, um sie besser zu kontrollieren. Während des trockenen Winters habe ich die automatische Bewässerung, die nachts läuft, alle paar Tage eingeschaltet.

Der Rebenschnitt hat nicht viel Zeit in Anspruch genommen, obwohl wir viele Meter Ranken haben. Ich mache da keine grosse hohe Kunst daraus. Nur das Trockene schneide ich weg, dann die störenden Triebe und jene, die zu dicht sind. Die Triebe, die ich in den Baumkronen nicht erreiche, beschneide ich nicht. Diese Früchte nehmen sich die Vögel. Die Obstbäume schneide ich ebenso: das Trockene, Äste, die auf Kopfhöhe stören, solche, die nach Innen wachsen oder zu dicht stehen.

Sonst fallen die laufenden Arbeiten an: Roden, Schreddern, Mulch ausbringen, Jauche machen und ausbringen, Asche sieben und verteilen, Giessen und manuell Bewässern, Kräuter schneiden und trocknen (Lavendel und Brennessel), nächtliche Schneckensafaris. Natürlich gehört auch das Füttern und Pflegen der Tiere zu den Daueraufgaben eines Permakulturisten. Die Haare der Hunde hänge ich in Körbe aus Maschendraht, um Füchse und Wildschweine auf Abstand zu halten.

Zwei Gärten von Bekannten, die fast keine Gemüse hatten, habe ich besucht. Die einen behaupten, Permakultur zu praktizieren. Ich habe nur wenig Elemente davon sehen können. Eine Planung war auch nicht zu erkennen. Grossteil der Fläche war ein Zitrusgarten, den man als Naturgarten bezeichnen könnte. Immerhin ein Garten. Man sieht leider sehr selten solche Gärten. Die alten Portugiesen hatten auf dem Land hier ums Haus herum Blumen- und Kräuterbeete (jardin) und weiter weg vom Haus Flächen mit Mischkulturen von Obst und Gemüse (Horta). Diese sind auch sehr selten geworden.

Liebe Grüße, bis zum nächsten Mal, Euer Paul R.

Copyright (C) – Paul Rădulescu. Alle Rechte vorbehalten

– 17 – Mai 2015

Liebe Permakulturfreunde!

Leider kann ich meinen Berichten keine Fotos beilegen. Fotos täuschen meist sehr. Ich werde versuchen, ein Beispiel zu beschreiben. Das Beet auf Seite 34 in meinem Buch ist durch die Obstbäume (zwei Aprikosen-, ein Avocado-, ein Johannesbrotbaum), die sich auf der Südseite des Beetes selbst ausgesät haben, zu schattig, um Gemüse hier anzubauen. Die Bäume sind schon sehr hoch (7-8 Meter) und tragen gut, so dass wir sie nicht fällen wollen. Am Rande des Beetes wachsen folgende Blumen und Kräuter: Akanthus molii, Meerrettich, Pelargonien, Oregano, Sukkulenten, Artemisia, Phlomis, wilder Spargel und wilder Ampfer (diese jäte ich normalerweise). Die Leguminosen, die ich auf Bodenhöhe abgeschnitten habe, treiben immer wieder aus und liefern Mulch. Am Südrand wachsen Reben, am Nordrand sind die Leguminosen und der Obstbaum schon vor einigen Jahren eingegangen. Auch hier zieht sich eine Reihe Reben entlang, gedeiht aber wegen dem Schatten nicht so gut. In der Mitte des Beetes befinden sich meine mit Pilzen beimpften Holzstämme. Mit einem horizontalen Schattennetz hoffe ich, den Holzstämmen ein besseres Mikroklima zu schaffen. Bisher haben sich noch keine Pilze gezeigt.

Das Nachbarbeet, links von diesem Pilzbeet, ist eher typisch für meine Weise, Gartenbau zu betreiben. Hier gibt es vormittags einige Stunden lang Schatten vom Pilzbeet. Im Norden sind Bäume, Reben und eine Monstera, im Süden und Osten auch Weinreben, auf Drähte, etwa zwei Meter hoch. Kräuter und Blumen wachsen nur am Süd- und Ostrand des Beetes. Es ist eine Mischung von Akanthus, Iris, Tazetten, Seidenblumen, Rosmarin, Oregano, Goldlack, Borretsch, Meerzwiebeln (Ornithogalum), eine kleine Oleanderpflanze (diese werde ich umpflanzen), Sukkulenten, Streptosolen und einige selbstausgesäte Wildkräuter (diese reisse ich erst aus, wenn sie vertrocknet sind). Jetzt, wo ich Inventur mache, bin ich selber überrascht, wie viele Arten hier wachsen! Im Beet sind in Nord-Süd Richtung sechs Reihen Gemüse und zwei schmale Pfade (dick gemulcht). Alle sechs Reihen haben am Südende im Moment keine Pflanzen, nur Mulch. Am Nordende habe ich letzte Woche Kohlrabi, Peperoni, Okra und Zinien gepflanzt. In der Mitte der Reihen sind ältere Pflanzen: Gemüsefenchel, Melisse, Blattzichorie (diese wollte keiner Essen, jetzt blühen sie), Rote Rüben, Pimpinelle, Löwenzahn, Nigella (weiss blühende), wilde Malven und Gräser, die ich eigentlich jäten hätte müssen. So ähnlich sind alle anderen Gemüsebeete. Es gibt gemischte Reihen mit mehrjährigen Arten, dazwischen einjährige und selbstausgesähte. Meist bepflanze ich diese Reihen zwei Mal im Jahr, an den Stellen, wo Einjährige waren oder die einfach gerade frei sind.

In anderen drei Beeten habe ich am Nordende 15×15 cm. Maschendraht aufgebaut, um hier Erbsen oder Gurken, Caigua, Kürbisse, Bohnen und Tomaten (sie werden oft zwei Meter hoch) leichter als auf Stecken, Reisig und Stäbe befestigen können. Diesen Maschendraht werde ich nicht jedes Jahr auf- und abbauen sondern als Dauereinrichtung behalten.

Geerntet haben wir Salate, Lauch vom letzten Jahr, Kartoffel, Saubohnen (grüne und getrocknete), Sauerampfer, Blattsellerie, Zwiebel, Grünkohl (war etwas zu hart), die letzten Radies und Radieschen, Pepino aber auch Dill, Schalotten, Schnittlauch und Kerbel zum Tieffrieren. Auch Sauerampfersuppe, Bohnengerichte mit Kartoffel und fertige Avocadocreme haben wir tiefgefroren. Till habe wir auch geerntet, aber dieser wird schnell hart und schiesst, deshalb werde ich keinen mehr anbauen.

Im Beet, welches wir Anfang Januar bepflanzt haben, sind Salat und Radiesschen abgeerntet. Aus den Salatstrünken treiben je zwei bis vier Triebe aus. An deren Stelle habe ich Okra gepflanzt und Tagetes ausgesät. Ringelblumen und Borretsch blühen immer noch und bald auch die nicht rechtzeitig geernteten Radies. MÖhren, Lauch und Zwiebel kann man hier noch nicht ernten. Im Nachbarbeet habe ich im Februar Salat- und Kohlrabipflanzen gesetzt. Dort sind viele Kartoffelpflanzen aufgetaucht, denn letztes Jahr war hier ein Kartoffelbeet und aus den Resten sind diese Pflanzen aufgegangen. Hier werden wir nach der Salaternte die Kartoffeln ernten können, ohne dass wir irgend eine Arbeit dafür investiert haben!

Reifes Obst gibt es: Avocados, Zitrusse und Physalis. Zitrusse pressen wir und der Saft wird auch tiefgefroren. Von der Ernte haben wir viel verschenkt oder in anderen Sorten getauscht.

Heuer haben wir die jungen Blätter der Opuntien ausprobiert. Sie haben uns leider nicht begeistert. Wir finden sie geschmacklos und werden auch keine mehr essen. Auch die Pepinos sind ziemlich fade.

Im „Dickicht“ (siehe Seite 16) haben wir entlang des Pfades einen Streifen gerodet und hier wilde und halbwilde Zwiebelpflanzen gepflanzt: Freesien, Ornithogalum, kleine Irisse, Traubenhyazinthen, Scilla peruviana, auch mickrige Tulpen und Narzissen. Die wilden Zwiebelfplanzen, Erdorchideen und andere finde ich in den Beeten, sammle sie und pflanze sie woanders aus. Die Irisse und Freesien lassen sich leicht aus Samen ziehen. In diesem neuem Beet könnte ich im Oktober Saubohnen pflanzen, vorsichtig, ohne die Knollen und Zwiebeln zu verletzen.

Eine Kompostbox ist voll. Ich habe sie mit einer Folie abgedeckt. In der zweiten ist der Kompost fertig, auch mit Folie abgedeckt, damit nicht die Hühner alles verscharren. Die dritte ist offen, wird aufgefüllt und die vierte ist eben ausgeleert worden. Diesen Kompost haben wir in Säcke aufgefüllt und bepflanzt.

Das eine Gewächshaus ist fast leer. Im neuen Gewächshaus, welches wir Ende Februar angelegt haben, gedeiht alles prächtig, vor allem die Beeten, so dass wir weitere Beete hier anlegen werden. Radieschen und Feldsalat sind abgeerntet. Aus dem Kompost, mit welchem wir die Beete aufgefüllt haben, sind viele Tomatenpflanzen aufgegangen, die mittlerweile 70 cm. hoch sind! Auch Brennessel (ist abgeerntet und getrocknet worden) und Gartenmelde sind von alleine aufgegangen. Die Gartenmelde ist keine Delikatesse, aber gemischt mit junger Brennessel, Blattsellerie, Pimpinelle, Mangold, Krautblätter u.s.w. ergibt es ein gutes Gericht.

Am 23. April habe ich in der Zisterne viele zwei-drei cm. grosse, durchsichtige Fischchen entdeckt, die Nachkömmlinge der fünf Überlebenden vom letzten Jahr.

Vor kurzem besuchte ich eine Gartenmesse, die der Internationale Gartenverein für Mediterrane Gärten organisiert hat. Ich war unangenehm überrascht, dass es hier nur Zierpflanzen gab, keine einzige war essbar oder irgendwie sonst nützlich (ausgenommen natürlich einige Kräuter wie Salbei, Thymian, Lavendel, Aloe vera und Ähnliches, die ja auch fast wild wachsen). Die Leute dort sind nur an Ziergärten interessiert und haben von Permakultur noch nichts gehört!

Liebe Grüße, bis zum nächsten Mal, Euer Paul R.

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– 18 – Mai 2015

Liebe Permakulturfreunde!

Wir hatten schon 32 Grad im Schatten, jetzt sind es „normale“ 24, aber der Sommerbetrieb hat damit begonnen. Das heisst: tägliches manuelles Giessen, während nachts die automatische Bewässerung läuft. Mit dem Durchchecken und Reparieren der automatischen Bewässerung sind wir endlich fertig geworden.

Wir haben zwei Bewässerungssysteme, mit je zwei verschiedene Rohr- oder Schlauchdurchmesser für die Gemüsebeete: einmal der Schlauch, mit dem ich von Beet zu Beet gehe und jede einzelne Pflanze giessen kann. Das dauert lange, ist mir aber lieber. Dabei kann ich die Wassermenge individuell den Bedürfnissen oder dem jeweiligen Zustand der Pflanze anpaßen. Bei einem solchen Durchgang sehe ich auch gleichzeitig ob was geerntet werden kann, ob eine Pflanze kränkelt oder von Parasiten befallen wurde, ob ein störender Ast weg muss oder Mulch fehlt, ob die Hunde eine Stelle verwüstet haben oder ob dringend etwas gejätet oder etwas vertrocknetes herausgerissen werden muss, etc. Seit zwei Monaten haben wir eine monophasische Solarpumpe im Bohrloch, die leider zu schwach ist und mit einer anderen ausgetauscht werden muss. Nun dauert dieses manuelle Giessen etwa drei Stunden täglich, so dass viele andere Arbeiten nicht getan werden können.

Das zweite Bewässerungssystem ist jenes mit dem ich die Beete wie Reisfelder fluten kann, was ich aber die letzten Jahre nicht mehr getan habe. Die Beete schlucken dermaßen Unmengen an Wasser, dass dieser Verbrauch unverantwortlich geworden ist. Die Pfade, die um die Gemüsebeete herumlaufen, liegen höher als die Beete selbst, so dass kein Wasser aus dem Beet herausfliesst. Es versickert alles in die Tiefe ohne sich, wie früher, auf der Oberfläche auszubreiten.

Diese beiden Systeme werden von der Pumpe im Borhloch betrieben. Sie pumpt auch Wasser in die Zisterne. Von hier wird das Wasser von einer anderen Pumpe nachts automatisch im Obstgarten verteilt, wo der einzelne Baum und/oder Busch einen Tropfer hat, aus dem jetzt etwa 10 Liter herauskommen. Ab Juni/Juli wird die Wassermenge erhöht. Ein kleiner Rechner regelt automatisch das Öffnen der Ventile und das Einschalten der Pumpe. Mit einer dritten Pumpe wird aus der Zisterne das Wasser ins Haus gebracht.

Also könnt ihr euch jetzt vielleicht einen Begriff davon machen, weshalb wir ständig Probleme mit Pumpen, Rechner, Sicherungen, Rohrbrüche, verstopfte Tropfer, etc., haben. Es ist eine riesige Erleichterung zu wissen, dass im Moment alles gut läuft!

Vor zehn Tage habe ich in die Beete Mais, Bohnen, Kürbisse (die drei Schwestern) gesät, dazwischen Zinien oder Kosmeen und am Rande, wo sie nicht stören, Sonnenblumen. Diese Beete muss ich feucht halten. Die drei verschiedenen Bohnenarten sind noch immer nicht aufgegangen. Ich fürchte schon, dass sie vertrocknet sind, obwohl ich sie vor der Aussaat in einem Wasserbad vorgequellt habe.

In Saattöpfen habe ich Artischocken, Till, Salat, Endivien, Pimpinelle, Pastinaken, Kürbisse, Caigua und Basilikum ausgesät. Diese stehen im Gewächshaus und müssen auch feucht gehalten werden. Hier muss ich nachts kontrollieren, ob die Keimlinge von Schädlinge befallen werden.

Geerntet habe ich Feldsalat, Kartoffeln, Dill, Kohlrabi, Endivien, Kopfsalat, Zwiebel und Basilikum, die ich alle im Januar, und etwas später, gesät oder gepflanzt habe. Auch fünf feine Tomaten konnten wir schon von einigen selbstausgesäten Pflanzen ernten. Im Gewächshaus haben sich in den Beeten und grossen Töpfen mehrere Tomatenpflanzen selbst ausgesät (die Samen waren im Kompost) und wachsen wunderbar und blühen schon. Auch viel Melde hat sich im Gewächshaus ausgesät; diese könnten wir zur Not auch essen, aber weil wir genug schmackhaftere Gemüse haben, verfüttere ich sie den Hühnern und Enten. Aus den Freibeeten konnten wir vor drei Wochen die letzten Saubohnen und Koriandergrün ernten; auch Pastinaken gibt es bei Bedarf, und, wie immer, Schalotten und Kräuter.

An Obst gibt es immer noch Avocados, Zitronen, Kumquats, Pepinos und seit einigen Tagen Aprikosen zu ernten. Von den Monsteras (Fensterblatt) haben wir gleichzeitig mehrere Früchte ernten können, die allen sehr gut geschmeckt haben! Im Vergleich zu unserem Obst haben die am Markt gekauften Kirschen nach rein gar nichts geschmeckt! Zur Ernte zähle ich auch das Sammeln von Samen wie Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Klatschmohn, Nigella, wilde Wicken und Erbsen und Saubohnen.

Die geernteten Weizen- und Gerstenkörner habe ich gezählt, nach der Methode von Ökonomieinspektor Hans Egon Döblin. Dieser hat aus einem Korn 40 ausgereifte Halme mit je 100 Körner geerntet, also etwas 4000 Körner aus einem einzigen. Bei mir war der Erfolg keineswegs in dieser Grössenordnung: Weizen nur 600 und Gerste maximal nur 383 je Korn. Ich werde den Versuch aber noch einmal machen, da ich die Halme beim Auspflanzen einkürzen hätte sollen und auch gedüngt habe ich nicht. Aber ich schätze, dass ich auch damit nicht die 4000 erreichen werde.

Der Laufentennachwuchs war heuer wieder frustrierend. Aus 16 Eiern haben wir nur ein einziges Küken, welches wir gross ziehen müssen. Drei weitere Küken sind gestorben, wahrscheinlich, weil die Mutter sie nicht richtig zum Futter geführt hat. Wir haben sie zu spät von ihr weggenommen.

Auch zwei Schwalbenpaare vermisse ich, die in den letzten Jahren ihre flüggen Junge auf einem gewissen Kabel, der über dem Ententeich geht, aufgereiht und gefüttert haben. Das war immer ein sehr netter Anblick. Dafür war eine grosse Schlange im Entenhof, etwa 1,5 Meter lang und in der Mitte 4-5 cm. dick. Ich bin fast auf sie getreten und ganz schön erschrocken, sie dagegen gar nicht. Sie schaute mich neugierig an und ist nicht geflohen, wie sie es sonst tun, auch nicht als ich sie mit einem Stecken vertreiben versuchte. Ich dachte, dass sie vielleicht krank ist und habe das Feld geräumt.

Eine dicke Kröte schlendert auch ganz gemütlich immer wieder über unsere Terasse und fürchtet weder uns, noch Hund und Katze. Im Halbdunkel und nachts muss man aufpassen nicht auf sie und andere, kleinere zu treten. Die Katzen bringen immer wieder mal eine Maus oder eine Ratte, die sie nicht fressen und die ich dann auf dem Kompost werfen muss.

Wir haben auch schon einen grossen Teil der Pfade freigesichelt, weil von nun an die Wildkräuter nicht mehr wachsen sondern vertrocknen. Der Schnitt kommt in den Hühnerhof, auf dem Kompost oder als Mulch direkt auf die Baumscheiben. Es kommt darauf an, wie grob oder wie gross der Schnitt ist.

Ansonsten sind die üblichen Arbeiten angefallen wie Roden, Schreddern, jauche ansetzen und ausbringen und so weiter.

Macht’s gut, bis demnächst, Euer Paul Rădulescu

Copyright (C) Paul Rădulescu – alle Rechte vorbehalten.

– 19 – Juni 2015

Liebe Permakulturfreunde!

Warum gärtnern so wenig Leute? In unserem weitläufigen Bekanntenkreis haben nur einige einen kleinen Gemüsegarten. Alle anderen wollen nicht gärtnern, ja sie hassen es sogar. Sie haben Platz, Zeit und Geld aber kein Interesse. Mit der Anwendung permakulturistischer Arbeits- und Lebensweise sieht es noch schlechter aus. Ich habe schon für fünf-sechs Grundstücke Pläne nach den Prinzipien der Permakultur gratis gezeichnet, aber keiner hat bisher irgend etwas daraus verwirklicht. Nach astrologischen Prinzipien müssten etwa 1/12 der Menschen mit Gärten, Landbau, Bienen- und Tierzucht, Obstbau, Weinbau, Forstwirtschaft und ähnliches beschäftigt sein. Wieso ist das nicht der Fall? In unserem Umkreis von 30-40 Km. gibt es keine Biobauern. Einige produzieren etwas Gemüse, klein und mickrig, wie vor 35 Jahren zu Beginn dieser Bewegung. Hier hat der Bioanbau erst vor 10 Jahren begonnen aber die Erfolge sind sehr bescheiden. Die meisten geben nach einigen Jahren wieder auf. Ein grosser Permakulturhof, 60 Km. von hier entfernt, wird verkauft. Die Besitzerin hört aus Altersgründen auf und findet scheinbar keine Nachfolger. Das gleiche Problem werden wir auch haben.

Auch von den vielen Besuchern, die unseren Garten besichtigt haben, höre ich nie wieder etwas. Permakultur besteht ja nicht nur aus einigen Tricks, einigen Techniken und einer anderen Planung. Es gehört auch die richtige Einstellung dazu, ein anderes Denken, eine andere Lebensauffassung. Und auch andere Erwartungen. Mein Hof ist erst jetzt so, wie ich ihn vor über 20 Jahren geplant und mir vorgestellt habe. Erfolge können sich schnell einstellen, wenn man Gemüse zum Verkauf produziert. Aber das Biotop „Hof“ braucht eben etwas länger, bis es fast von alleine funktionniert, so oder ähnlich, wie wir es haben wollen.

Es ist durchaus einfach schönes, gesundes Gemüse zu produzieren. Vom Geschmack will ich gar nicht reden!!! Eben habe ich den letzten Radi geerntet, 20 cm. lang. Gestern war es ein Kohlrabi, 980 g. schwer – an dem essen wir drei Tage lang … Vor einigen Tagen habe ich Lauch ernten müssen, weil er zu blühen begonnen hat, 3 cm. im Durchmesser, nach dreieinhalb Monaten. Der Salat hat Normalgrösse (nicht aller, zugegeben), ebenso die Karotten (auch nicht alle), die grünen Bohnen, die Zwiebeln, Kartoffeln, Gurken, Kürbisse und anderes. Aber die Pastinaken, der Knoblauch, Brokkoli, Blumenkohl, etc. sind immer zu klein, um sie herzeigen zu können. Warum weiss ich nicht. Ich habe einen Freund besucht, der auch sein Gemüse biologisch anbaut, und war angenehm überrascht, seine Erfolge zu sehen: riesige Artischocken-Köpfe 15-17 cm. im Durchmesser, blühende Lauchstangen vom letzten Jahr sechs-sieben cm. dick, große Brokkolipflanzen, einige grosse Rhabarberpflanzen (diese sind bei mir noch nie etwas geworden), Kürbispflanzen mit fünf-sechs grossen Blättern (meine keimen gerade erst). Aber ich beobachte, dass viele die Küchenkräuter gar nicht ins Essen geben, auch wenn sie sie im Garten haben.

Vor über 30 Jahren hofften wir, dass der Bioanbau, die Permakultur, die Selbstversorgung und andere alternative Anbaumethoden zu einer Volksbewegung werden, aber das hat leider nicht statt gefunden. Ich rate immer den Leuten wenigstens ein-zwei Quadratmeter in der Nähe des Hauses mit Küchenkräuter zu bepflanzen. Rosmarin, Majoran, Thymian, Salbei, Lorbeer, Knolau brauchen wenig Pflege und wenig Wasser. Diese Kräuter könnte jeder haben. Chili und Peperoni wachsen wunderbar in Blumentöpfen, genau so wie Geranien und Petunien. Man könnte die scharfen Paprikapflanzen mit den Petunien oder Tagetes im gleichen Topf pflanzen. Im Winter könnte man auf einigen weiteren Quadratmetern Kartoffel, Saubohnen, Krautarten, Kichererbsen auch mit wenig Aufwand und Wasser pflanzen. Dass dies viel Arbeit macht und Geld kostet ist bloß eine Ausrede. Warum mancht das niemand? Ich weiss nicht, wie ich solche Leute motivieren kann!

Die Sonne hat ihren höchsten Punkt erreicht, sie steht jetzt fast senkrecht über uns. Der tägliche Wasserverbrauch liegt bei etwa 12.000 Liter. Ich bin mit zwei-drei Stunden gießen beschäftigt – täglich! Wir haben seit drei Wochen Sommerbetrieb.

Ein Wildschwein hat den Kaninchenzaun durchbrochen, aber nicht viel Schaden angerichtet. Es hat sich hier nicht lange aufgehalten. Ein Kaninchen hat diese Öffnung gleich genutzt und ist auch im Garten eingedrungen. Das Loch zu finden und zu reparieren hat zwei Stunden gekostet. Eine Maus (wahrscheinlich) hat die Kürbiskerne aus den Töpfen im Gewächshaus ausgebuddelt und gefressen, auch die jungen Pflänzchen. Das haben wir noch nicht gehabt! Ich habe drei mal immer wieder nachsäen müssen. Im anderen Gewächshaus hat vermutlich eine Katze, die einen Gecko gejagt hat, sieben Saattöpfe umgeworfen und verwüstet. Auch da musste ich wieder nachsäen.

Das einzige Entenküken, das wir mit der Hand aufgezogen hatten, ist nach einer Woche doch gestorben. Am gleichen Tag hat mein oben erwähnter Freund ein Käuzchenküken gefunden und zieht es jetzt auch mit der Hand auf. Hoffentlich hat er mehr Erfolg wie ich, denn die Käuzchen werden immer seltener. Von der dicken Schlange im Hühnerhof, die mich erschreckt hatte, habe ich schon erzählt. Also das alles und anderes mehr gehört hier zum Landleben. Giftschlangen gibt es hier nicht, aber wenn wir von giftigen Skolopendern, giftigen Prozessionsraupen, von Flíegen, Mosquitos und so weiter erzählen, werden typische Grossstadtmenschen von einem Urlaub hier absehen.

Geerntet haben wir Gelbe Rüben, Zwiebel, Salate, Pastinaken, Buschbohnen, Tomaten, Lauch, Krautköpfe, Ingwer, Kartoffel, Kohlrabi, Radies, Aprikosen, Avocados, Zitronen, Kumquats, die letzten Orangen und Sauerkirschen (aber nur fünf Stück). Bei der Ernte der Salatköpfe lassen wir einen Stummel stehen, aus dem dann noch einmal ein-zwei kleinere Salatpflanzen herauswachsen. Die ist nun bei denen so weit, die wir Anfang Januar gepflanzt haben. Ingwer ist leicht zu ziehen: im Mai steckt man gekaufte Ingwerknollen in den Boden, hält alles ein bisschen feucht bis sie austreiben, und behandelt sie dann wie jedes andere Gemüse.

Kräuter ernten wir immer vor dem Kochen frisch und verwenden einen Esslöffel voll gehackt pro Portion. Ich kann das nicht oft genug wiederholen. Wir frieren aber auch fertig gehackte Kräuter ein, weil wir oft nicht so viel Zeit zum Putzen und Zupfen der Pflanzen haben.

Auch einen Parasolpilz haben wir völlig unzeitgemäß geerntet, drei weitere haben wir verpasst, weil sie binnen Stunden in der prallen Sonne total vertrocknet sind.

Wir hatten noch Sauerampfer, Blattsellerie, Rote Rüben, Mairüben und Blattcicoree ernten können. Der Grünkohl ist vielleicht nicht mehr zart genug, wir haben es nicht ausprobiert. Auch Maulbeeren hätten wir ernten können, wenn uns die Vögel wenigstens einige übrig gelassen hätten. Sie fressen sie schon lange bevor sie reif werden.

Zur Ernte zähle ich auch die Samen von Saubohnen, Erbsen, Kichererbsen, weisse Lupinen, Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Nigella und wilde Wicken. Diese werden im Oktober wieder ausgesät. Von Radiesschen, Krautarten und Freesien sammele ich keine Samen mehr. Freesien habe ich genug und Radies, Radieschen und alle Krautarten werden nichts aus meinen Samen. Da kaufe ich die Pflänzchen am Markt. Die Schoten der Gleditschien habe ich endlich aufgelesen, zwei Schubkarren voll, geschreddert und auf ein ehemaliges Pilzbeet ausgebreitet. Hier wird es zu einem Spezialkompost, den ich als Pilzsubstrat verwenden werde.

Die trockenen Dolichosbohnen habe ich den Hühnern gegeben. Die Hühner sind immer dankbare Futterabnehmer.

Leider sind aus den Topinamburknollen, die im Winter in der Erde waren, keine neuen Pflanzen aufgegangen. Also gibt’s im Herbst keine Topis. Auch einige Dahlienknollen sind nicht aufgegangen. Ich versuche sie zu vermehren, weil sie essbar sind, aber es gelingt mir nicht, weil im Winter immer wieder viele eingehen.

Ich berichte auch über Misserfolge, nicht nur über sensationelle Erfolge, denn aus den Fehlern kann man viel lernen. Es soll sich niemand von den vielen kleinen Misserfolgen, Verlusten, Ärgernissen und so weiter entmutigen lassen. Das gehört zu jeder Tätigkeit und zu jedem Beruf dazu. Wer arbeitet, macht auch Fehler!

Im Gewächshaus habe ich eine Wand demontiert und die Tür ist Tag und Nacht offen. In den grossen Töpfen wächst alles sehr gut. Bisher habe ich noch keine Schädlinge entdeckt, ausgenommen die Maus.

Von den Beeten haben wir alles Vertrocknete abgeschnitten und damit einen neuen Komposthaufen angelegt. Einer ist leer und in den beiden anderen habe ich Kürbisse gepflanzt. Damit die Hühner sie nicht vernichten, habe ich sie mit je einem Zylinder aus Maschendraht geschützt. Diese sollen mindestens 80 cm. im Durchmesser haben und mindestens 1 Meter hoch sein.

Die Bäume in Zone 2 sind enorm gewachsen. Ständig muss ich irgendwo einen störenden oder vertrockneten Ast abschneiden oder absägen.

Die Zitrusse bekommen von nun an alle rostigen Kleineisenteile, die ich im Laufe von Monaten sammle, also nicht auf den Müll werfe.

Sonst sind die üblichen Arbeiten wie das Roden, Schreddern, Mulchen, Brennholz machen, Jauche ansetzen und ausbringen, kleine Reparaturen und so weiter angefallen.

Nun habe ich mit diesem Bericht einen Jahreablauf abgeschlossen. Um mich nicht zu wiederholen, werde ich von nun an nur noch alle drei Monate einen Bericht schreiben und dann nur die wichtigsten Ereignisse aufzählen. Das Säen, Pflanzen, Düngen, Giessen, Roden, Kompostieren, Mulchen, Ernten und Verarbeiten wiederholt sich nach dem Kalender.

Macht’s gut, liebe Grüsse, bis demnächst, Euer Paul Rădulescu

Copyright (C) Paul Rădulescu – alle Rechte vorbehalten.

– 20 – Oktober 2015

Liebe Permakulturfreunde!

Heute, der 5.10., ist der erste Herbsttag. Es ist seit zwei Tagen bewölkt und es regnet. Hunderte von Schnecken sind aufgetaucht – erstklassiges Eiweißfutter für unser Federvieh! Dieser Sommer war erheblich heisser als sonst. Die übliche Maximaltemperatur (36 Grad) ist zwar nicht überschritten worden, dafür hat sie aber wochenlang angehalten und nicht nur ein Tag wie bisher. Etliche Stauden, Büsche und Bäumchen sind vertrocknet, weil ich nicht mehr bewässern konnte, wie sonst. Es waren bestimmt Schwachstellen im Ökosystem und ich werde sie nicht mit neuen Pflanzen ersetzen. Ich bin nicht bereit, mehr Wasser ins System zu pumpen. Außerdem muss ich meine Arbeit reduzieren, denn meine körperliche Leistung nimmt von Jahr zu Jahr ab. Reduzieren ja, aber wo? Mein Garten ist ein Ganzes. Ich kann da nicht einfach einen Teil abtrennen, nicht mehr bewässern und nicht mehr bearbeiten. Hier würde alles, was wir in 25 Jahren aufgebaut haben, in kürzester Zeit vertrocknen und absterben. Dies hätte negative Folgen für den Rest. Verringern heißt dann auch weniger ernten. Auf was sollen wir verzichten? Weniger anbauen, auf kleinerer Fläche, hat den Nachteil, dass ich die Ernte nicht mehr im Voraus berechnen kann. Mal fällt sie sehr gut aus, mal sehr schlecht bei gleicher Vorgehensweise. Vom Winteranbau werde ich wahrscheinlich nichts reduzieren, weil im Winter das Bewässern wegfällt und die Tage kürzer sind, so dass man nicht so lange arbeiten kann, auch wenn man es möchte. Wie ich den Sommeranbau verringern kann, weiss ich noch nicht so recht.

Jetzt habe ich ein interessantes Buch entdeckt: „The secret garden of survival“, von Rick Austin. Der Autor meint, dass ein normaler, konventioneller Garten in Zukunft immer mehr von Raub und Plünderung bedroht sein wird. Diesen Eindruck, diese Befürchtung teile ich. Er meint, man soll die Gemüse, Kräuter, Beerensträucher, Obstbäume und so weiter so anpflanzen, dass sie nicht gleich als solche von Vorbeigehenden erkannt werden können. Er schlägt vor, Waldgärten zu machen, nicht in Reihen zu pflanzen sondern Inseln, Schlüssellochbeete und ähnliches in Mischkultur anzulegen, dornige Hecken und Zäune mit Kletterpflanzen (Brombeeren) anzulegen, unbekannte essbare Pflanzen anzubauen, die Wurzelpflanzen markieren und im Boden belassen (eventuell mit Mulch oder Folie abdecken), etc.

Nun versuche ich diese Ideen in meinem Garten umzusetzen. Einiges davon habe ich schon erledigt: dornige Benjeshecke, 1.5 m. hoher Zaun, für einen Fremden ein Gewirr an Beeten, Pfaden, Busch- und Baumgruppen, viele unbekannte Gemüsearten und viele essbare Pflanzen in Mischkultur, was Besucher meistens verwirrt und missfällt. Wir werden auch ein neues Inselbeet für den Winterbau anlegen.

Mit Google-Earth habe ich die großen Gärten meiner Kindheit besucht. Ich war schockiert! Die Hälfte ist zugebaut, der Rest liegt brach, verwildert. Selten ist irgendwo ein Beet zu sehen, auch nicht vor den Haustüren, egal ob Blumen oder Gemüse dort wachsen. Dafür scheint niemand eine Notwendigkeit zu empfinden. In meiner Kindheit waren dies blühende, üppige Gärten, die hauptsächlich von unseren Grosseltern bearbeitet worden sind. Sogar auf der Strasse, parallel zum Gehweg, mussten wir ein schmales Blumenbeet anlegen. Das war damals Vorschrift und es hat wirklich sehr schön ausgesehen. So einen grossen Rückschritt und Verfall bedauere ich doch sehr!

Zum ersten Mal haben wir unsere Johannesbroternte nicht verkauft sondern Schoten mit denen der Gleditschie geschreddert und kompostiert. Dies soll dann nächstes Jahr als Substrat für Pilzkulturen dienen.

Endlich habe ich aus den Tropen einige Stecklinge von Maniok bekommen! Sie wachsen gut. Es ist ein sehr schmackhaftes Basis-Nahrungsmittel.

Heuer habe ich das erste Mal eine zweite Serie Tomatenpflanzen Anfang August in den grossen Töpfen gepflanzt, weil die erste Serie von Mai, früher wie sonst, von Mehltau vernichtet worden ist. Ebenso auch alle Cucurbitacaeas. Doch die zweite Serie ist noch schneller verdorben, sie haben es nicht einmal bis zur ersten Fruchtbildung geschafft. War es wegen der langen Hitzeperiode? Oder wird dieser Befall von Jahr zu Jahr immer schlimmer?

Wahrscheinlich auch wegen der Hitze haben die Vögel und womöglich auch die Baumratten fast alle Trauben gefressen, noch bevor sie halbreif gewesen sind. Die Tiere müssen einen Riesendurst gehabt haben. Die Vogeltränke hat nichts genutzt.

Die Hühner sind in einem bisher leer stehenden Hof umgezogen, wegen der Rotierung.

Eine Kompostbox ist ausgeleert worden, eine andere wieder mit Schnitt und Gejätetem aufgefüllt.

Im neuen Gewächshaus haben wir in den Wasserbehälter Fischchen ausgesetzt.

Ansonsten sind die üblichen Arbeiten laufend erledigt worden: säen, pflazen, ernten, Vorräte anlegen, Stecklinge eintopfen, Kletterpflanzen anbinden, Jauche machen, düngen, schneiden, jäten, die automatische Bewässerung kontrollieren und täglich zwei drei Stunden manuell wässern.

Liebe Grüße, Euer Paul R.

Copyright (C) Paul Rădulescu – alle Rechte vorbehalten.

– 21 – Januar 2016

Liebe Permakulturfreunde!

2015 war das global wärmste Jahr, seit Wetteraufzeichnungen gemacht werden. + 2 Grad am Nordpol anstatt – 40 hat es auch noch nicht gegeben! In Iberien erwartet man, dass das Klima trockener und heißer wird. Seit gut 15 Jahren schon versteppen, verkarsten, versalzen und verwüsten grosse Gebiete hier, teilweise aber auch wegen einer falschen Nutzung (siehe hier Sepp Holzer: „Wüste oder Paradies“, eine Arbeit, in der das Problem sehr gut erkannt und beschrieben wird, einschließlich Verbesserungsvorschläge). Die Politiker haben festgestellt, dass „wir“ für diese Situation nicht vorbereitet sind. Ich verstehe nur nicht wieso, denn ich rechne schon seit 30 Jahren damit, dass sich hier das Klima in Richtung wärmer und trockener verändern wird. Darauf hab‘ ich mich vorbereitet, indem ich trockenresistente Pflanzen suche, anbaue und weiter züchte. Die ganze Art der Permakultur ist sehr gut „vorbereitet“ für Anbau und Kultur in Trockengebieten. Im Moment speichern wir etwa 25.000 Liter Regenwasser. Die grosse Zisterne, mit etwa 28.000 Liter, hat Bohrlochwasser separat und einen Teil des Abwassers habe ich auch nicht dazu gerechnet. Mit wenig Investitionen kann man viel Regenwasser sammeln. Dass man kein Geld dafür hat oder keinen Platz für Regentonnen, Kanister etc., glaube ich einfach nicht. Die allerdümmste Ausrede war wohl die, dass man Giesswasser im Sommer braucht und nicht jetzt, wenn es regnet!

Nachdem es im Oktober gut regnete, hat es danach sechs Wochen lang nicht mehr geregnet, dann nur ein paar Milimeter und anschließend weitere zwei-drei Wochen wieder nichts. In dieser Zeit habe ich im Gewächshaus und in den großen Töpfen etwa 3000 Liter Regenwasser zum Giessen verwendet. Man kann also sehr wohl auch im Winter Giesswasser brauchen! Wenn ich solche Vorschläge meinen Bekannten hier anbiete, mache ich mich immer nur unbeliebt. Die Leute wollen das nicht, sie denken nicht so. Lieber klagen sie und verzichten auf den Garten aber ja nicht aufs Schwimmbecken …

Die Regenmenge ist zwar etwas zurückgegangen in den letzten Jahren, während die Durchschnittstemperatur um ein-zwei Grad stieg, aber das macht mir keine Sorgen. Bei der halben Regenmenge kann man immer noch gärtnern, allerdings dann nicht mehr 12 Monate im Jahr. Mit meinen 25.500 Litern kann ich 100 qm Beete mit 10 Liter pro Tag 25 Tage lang giessen. Danach kann man schon einiges ernten!

Wegen der Trockenheit im Sommer sind viele Blätter abgefallen, so dass die ganze Zeit schon eine dicke Mulchschicht den Boden bedeckt. Die Wildpflanzen haben kaum gelitten unter der Trockenheit. Sie wachsen nach wie vor und wir müssen ständig roden, zurückschneiden und dieses Material schreddern.

Oktober ist die beste Jahreszeit zum Säen und Pflanzen. Das haben wir auch ausgiebig getan und die Fläche für den Winteranbau vergrössert und hauptsächlich Saubohnen, Kartoffeln und Süsslupinen eingesät. Für Kichererbsen ist es im November zu spät. Das habe ich jetzt das erste Mal gehört, nachdem ich schon so lange hier lebe. Im Oktober sind auch erntereif Kakis, Guaven, Quitten, Trauben, Myrte, die Früchte des Erdbeerbaums und der Surinamkirschen, Granatäpfel und Oliven. Wir konnten gar nicht alles essen, verwerten und verschenken! Wieder habe ich Wein gemacht (leider nur sehr wenig, weil die Vögel fast alles weggefressen haben), der nach dem ersten Abstich vielversprechend geschmeckt hat.

Im Gewächshaus ist die Efeugurke (Coccinia grandis) reif geworden, sie hat viele Früchte gemacht, aber sie schmecken leider recht fade. Wir mischen sie in Obstsalate und Kompotte mit ein.

Alle anderen Routinearbeiten sind, wie immer, weiter geführt worden.

Liebe Grüße, Euer Paul R.

Copyright (C) Paul Rădulescu – alle Rechte vorbehalten.

– 21 – Januar 2016

Liebe Permakulturfreunde!

2015 war das global wärmste Jahr, seit Wetteraufzeichnungen gemacht werden. + 2 Grad am Nordpol anstatt – 40 hat es auch noch nicht gegeben! In Iberien erwartet man, dass das Klima trockener und heißer wird. Seit gut 15 Jahren schon versteppen, verkarsten, versalzen und verwüsten grosse Gebiete hier, teilweise aber auch wegen einer falschen Nutzung (siehe hier Sepp Holzer: „Wüste oder Paradies“, eine Arbeit, in der das Problem sehr gut erkannt und beschrieben wird, einschließlich Verbesserungsvorschläge). Die Politiker haben festgestellt, dass „wir“ für diese Situation nicht vorbereitet sind. Ich verstehe nur nicht wieso, denn ich rechne schon seit 30 Jahren damit, dass sich hier das Klima in Richtung wärmer und trockener verändern wird. Darauf hab‘ ich mich vorbereitet, indem ich trockenresistente Pflanzen suche, anbaue und weiter züchte. Die ganze Art der Permakultur ist sehr gut „vorbereitet“ für Anbau und Kultur in Trockengebieten. Im Moment speichern wir etwa 25.000 Liter Regenwasser. Die grosse Zisterne, mit etwa 28.000 Liter, hat Bohrlochwasser separat und einen Teil des Abwassers habe ich auch nicht dazu gerechnet. Mit wenig Investitionen kann man viel Regenwasser sammeln. Dass man kein Geld dafür hat oder keinen Platz für Regentonnen, Kanister etc., glaube ich einfach nicht. Die allerdümmste Ausrede war wohl die, dass man Giesswasser im Sommer braucht und nicht jetzt, wenn es regnet!

Nachdem es im Oktober gut regnete, hat es danach sechs Wochen lang nicht mehr geregnet, dann nur ein paar Milimeter und anschließend weitere zwei-drei Wochen wieder nichts. In dieser Zeit habe ich im Gewächshaus und in den großen Töpfen etwa 3000 Liter Regenwasser zum Giessen verwendet. Man kann also sehr wohl auch im Winter Giesswasser brauchen! Wenn ich solche Vorschläge meinen Bekannten hier anbiete, mache ich mich immer nur unbeliebt. Die Leute wollen das nicht, sie denken nicht so. Lieber klagen sie und verzichten auf den Garten aber ja nicht aufs Schwimmbecken …

Die Regenmenge ist zwar etwas zurückgegangen in den letzten Jahren, während die Durchschnittstemperatur um ein-zwei Grad stieg, aber das macht mir keine Sorgen. Bei der halben Regenmenge kann man immer noch gärtnern, allerdings dann nicht mehr 12 Monate im Jahr. Mit meinen 25.500 Litern kann ich 100 qm Beete mit 10 Liter pro Tag 25 Tage lang giessen. Danach kann man schon einiges ernten!

Wegen der Trockenheit im Sommer sind viele Blätter abgefallen, so dass die ganze Zeit schon eine dicke Mulchschicht den Boden bedeckt. Die Wildpflanzen haben kaum gelitten unter der Trockenheit. Sie wachsen nach wie vor und wir müssen ständig roden, zurückschneiden und dieses Material schreddern.

Oktober ist die beste Jahreszeit zum Säen und Pflanzen. Das haben wir auch ausgiebig getan und die Fläche für den Winteranbau vergrössert und hauptsächlich Saubohnen, Kartoffeln und Süsslupinen eingesät. Für Kichererbsen ist es im November zu spät. Das habe ich jetzt das erste Mal gehört, nachdem ich schon so lange hier lebe. Im Oktober sind auch erntereif Kakis, Guaven, Quitten, Trauben, Myrte, die Früchte des Erdbeerbaums und der Surinamkirschen, Granatäpfel und Oliven. Wir konnten gar nicht alles essen, verwerten und verschenken! Wieder habe ich Wein gemacht (leider nur sehr wenig, weil die Vögel fast alles weggefressen haben), der nach dem ersten Abstich vielversprechend geschmeckt hat.

Im Gewächshaus ist die Efeugurke (Coccinia grandis) reif geworden, sie hat viele Früchte gemacht, aber sie schmecken leider recht fade. Wir mischen sie in Obstsalate und Kompotte mit ein.

Alle anderen Routinearbeiten sind, wie immer, weiter geführt worden.

Liebe Grüße, Euer Paul R.
Copyright (C) Paul Rădulescu – alle Rechte vorbehalten.

– 22 – April 2016

Liebe Permakulturfreunde!

Der Winter ist vorbei, der Sommer noch nicht da. Dies ist die schönste Jahreszeit, weil viele Pflanzen blühen und die laubabwerfenden Bäume frisches Grün austreiben. Dezember und Januar waren zu warm, dafür Februar und März zu kalt. Im Moment ist die Natur um etwa 7 bis 10 Tage im Rückstand. In dieser Zeitspanne hat es auch um 15 bis 20 cm. zu wenig geregnet. Ich habe dieses Minus durch Bewässern ausgeglichen. So war es auch in den vergangenen zwei Wintern gewesen.
Wir haben die üblichen Arbeiten wie immer ausgeführt und hatten immer genug zum ernten. Ein Orangenbaum war heuer zum ersten Mal übervoll, ein weiterer hat gar nichts getragen, die anderen normal und zwei aus Kerne gezogenen Bäume haben nach 27 Jahren das erste Mal was erbracht – Bitterorangen. Wir haben die vielen Zitrusse gepresst und tiefgefroren. Der überfüllte Orangenbaum hat heuer kaum Blüten entwickelt, dafür haben alle anderen voll geblüht (und herrlich geduftet), was sie noch nie gemacht haben. Aber es waren wenig Bienen unterwegs, weil es oft bewölkt, windig und kühl war. Die Aprikosen, Äpfel und Mandeln haben schwach geblüht, aber für uns wird es reichen. Mein Wein ist etwas sauer geraten. Wahrscheinlich hab‘ ich ihn zu spät abgezogen. Letztes Jahr war er etwas zu süss, weil ich ihn vielleicht zu früh abgezogen habe. Es ist immer spannend, wenn man den Neuen Wein das erste Mal kostet.
Ein Kartoffelbeet habe ich versehentlich kaputt gemacht. Weil sie immer Mehltau, Blattfäule, Braunfäule und vieles mehr bekommen, habe ich die Blätter mit Schwefelpulver eingesprüht. Einige Tage später hat es geregnet und die Blätter waren wie abgekocht. Wahrscheinlich ist Schwefelsäure entstanden, die die Blätter vernichtet hat. Die Ernte war zu diesem Zeitpunkt noch sehr gering.
Für die Hühner haben wir den dritten Hof erheblich erweitert, in einen Teil des nördlichen Obstgartens hinein. Der Obstgarten ist alt genug, um die Hühner da hinein lassen zu können, ohne dass sie großen Schaden einrichten. Sie haben schon einige Kräuter vernichtet (Luzerne, Rainfarn, Schalotten), das macht aber nichts. Sie haben den Boden gründlich bearbeitet und eine Mischung aus Erde und Mulch produziert. Hier werden wir die losen Steine einsammeln und die wilden stacheligen Spargelpflanzen mit den Wurzeln heraushacken. Dann könnte man diese Fläche für den Sommeranbau einsäen. Das werde ich nicht machen, weil man dann bewässern muss. Wir werden die ganze Fläche dick mit Stroh bedecken. Im Herbst, nach dem ersten nennenswerten Regen, werden wir eine Mischung von Blumen (Ringelblume, wilde Wicken, Kapuzinekresse, Nigella, Borretsch), Klee, Getreide und andere robuste Pflanzen auf dem Strohmulch drauf einsäen, ohne den Boden zu bearbeiten. Im nächsten Frühjahr dann, also 2017, können die Hühner ihre Arbeit hier wieder aufnehmen. Der Boden wird auf diese Art von Jahr zu Jahr immer lockerer, bis man irgendwann auch empfindlichere Gemüsearten anbauen kann, ohne den Boden bearbeiten zu müssen. Dies ist die Methode, die M. Fukuoka in seinem Buch „In Harmonie mit der Natur“ beschreibt.
Für den neuen Zaun haben wir den Maschendraht aus dem Schweinehof verwendet, weil mir nun klar ist, dass wir keine Schweinchen mehr halten können.
Die Hühner könnten jetzt schon in den nächsten Hof gebracht werden, aber wir müssen für den neuen Hof erst einen Zaun bauen.
Nach den Empfehlungen Alana Moores haben wir Türme gebaut, die die Schuhmann-Frequenz auf unserem Grundstück von 15-17 auf 21-23 erhöht haben. Eine Wirkung auf das Pflanzenwachstum kann ich noch nicht erkennen.

Liebe Grüße, Euer Paul R.

Copyright (C) Paul Rădulescu – alle Rechte vorbehalten.

– 23 – Juli 2016

Liebe Permakulturfreunde!

Für das Schneiden von Büschen, Ästen, Bäumchen und Bäumen brauchen wir viel Arbeitszeit. Mit dem Sommer beginnt ein üppiges Wachstum. Alle Pfade sind zugewachsen, die Hecken sind hoch und dicht. Die Aussichten von den Terassen sind ebenfalls zugewachsen, sogar der Meeresblick von der Dachterasse ist stark eingeschränkt. Die alten Obstbäume werden immer breiter und grösser. Jede Woche haben wir einen Berg an Material zu schreddern.
Die Steinumrandungen um die Baumscheiben, die ich bei deren Pflanzung gemacht habe, sind viel zu eng. Sie erfüllen nicht mehr ihre Aufgabe, den Mulch um den Stamm zu halten. Die Bäume mulchen sich selber weit über einen Meter vom Steinkreis entfernt. Man könnte diese Steinkreise entsprechend grösser machen oder ganz entfernen. Ich belasse sie jedoch so wie sie sind, denn sie sind sehr schön eingewachsen, haben Patina angelegt und schauen gut und natürlich aus. Viele Kreise würden sich berühren, wenn man sie erweitert, was keinen Sinn macht.
Nur die Obstbäume, die ich vor fünf-sechs Jahren gepflanzt habe, kommen nicht so recht weiter. Einige sind sogar eingegangen.
Auch das Unkraut und die Wildkräuter werden jedes Jahr dichter und höher. Ich habe sogar drei neue Pflanzen dabei entdeckt.
Geregnet hat es genug, den bekannten Durchschnittswert von 53 cm. Aber es hat immer nur ein paar Milimeter oder höchstens Zentimeter geregnet. Die Bodenoberfläche war fast ständig feucht, aber der Regen ist nicht in die Tiefe gegangen. Unser Bach war auch dieses Jahr die ganze Zeit trocken. Die Temperaturen waren normal oder an der oberen Grenze. Das hat schon gereicht, um auch in diesem Winter, wieder völlig unzeitgemäß, eine zweite Ernte bei Johannesbrot, Guaven, Carissa, Surinam Kirschen und Avocados zu haben.
Mit der Ernte von Gemüse und Obst bin ich sehr zufrieden. Ich habe wieder eine Fuhre Kompost gekauft und mit zwei Säcken Guano Jauche gemacht. Das Regenwasser in den Kanister und 5-Liter Flaschen haben bis zum 30 Juni gereicht.
Aus den Naspeln haben wir das erste Mal einen Likör gemacht, der sehr gut geschmeckt hat.
Düe Hühner haben jetzt fünf Höfe, in denen ich sie der Reihe nach je zwei-drei Monate auslaufen lasse. Drei befinden sich in einem Teil des Obstgartens. In jenem, den sie bis Anfang April gehabt haben, habe ich versuchsweise mehrere Gründünger Arten ausgesät. Weil es schon etwas zu spät im Jahr war, musste ich die Saate einige Male giessen. Bewährt hat sich nur der Alexandrinerklee, Sorghum und der Futterweizen. Es ist allerdings etwas zu schattig. Die Bäume stehen zu dicht für diese Zwischenpflanzungen. Ab Oktober werde ich wieder mit der Aussaat in den Hühnerhöfen-Obstgarten weitermachen.
Der Getreideversuch nach Hans Egon Döblin ist wieder missraten.
Bei einer Diskussion habe ich wieder Werbung für Garten und Permakultur gemacht. Ich mag dieses Fach, weil es so vielseitig ist und mit vielen anderen interessanten Lebensbereichen verbunden ist. Man kann nicht nur Arbeiten und Wissen haben im Gemüse-, Kräuter-, Obst-, Pilz- und Weinanbau mit allem Drum und Dran (Aussaatkalender, Kompostieren, Bodenleben, Krankheitsschutz, Bewässerung, Wasserqualität, Baumschule, Düngung, und so weiter) sondern auch in der Küche (ernten, kochen, einwecken, dörren), im Heilwesen, in der Botanik, in der Forstwirtschaft, in der Kleintierhaltung, in der Herstellung von Wein, Schnaps, Öl, Brennholz, Essig, Paprikapulver, in der Wetterbeobachtung, im Leben mit der Natur (Tier-, Pflanzen und Wetterbeobachtungen). Des Weiteren muss man ein bisschen Geschick im Handwerklichem haben, Talente im Verkauf und Planung, in der Buchführung, etc. Wie kann man da sagen, dass man das nicht mag?
Nun zur Obstgartenplanung.
Ein Bekannter von uns will einen Obstgarten anlegen und zwar so einen wie unserer ist. Er bat mich kurz und bündig die notwendigen Arbeiten und die notwendigen Voraussetzungen und Eigenschaften von so einem Biotop aufzuzählen. Ja, das ist für mich eine gute Übung und Wiederholung.
Ich würde empfehlen, erst einen Zaun zu bauen, den Boden vorbereiten (gezielt roden, Steine aller Grössen entfernen, Terassen anlegen, grosse Pflanzlöcher mit gekauftem Kompost oder guter Erde gemischt mit grobem Sand füllen), Wege und Pfade planen und anlegen. Ebenso die Bewässerung – die Rohre sollen nicht stören oder kreuz und quer verlaufen – und Minibiotope anlegen (Steinhaufen, Altholzhaufen, kleine oder auch grössere Teiche, Komposthaufen, Sandhaufen, Haufen mit Dorngestrüpp, Dickichte, Haufen mit Keramikscherben, Vogelhäuser auf alte Bäume). Nach der Pflanzung unbedingt dick mulchen, zur Not auch Strohballen kaufen (der Boden soll immer mit Mulch bedeckt sein, oder mit Bodendecker oder auch mit Pappe, alte Teppiche und Kleidungsstücke, Plastikfolien, etc, auch wenn es hässlich ausschaut).
Die Hecke soll entlang der Grundstückgrenze verlaufen. Bei sehr grossen Flächen kann man auch alle 30 mal die Heckenhöhe eine weitere Hecke pflanzen. In die Hecke sollten Immergrüne, Nadelbäume, Stickstoffsammler, Obstbäume und solche wie Pittosporum, Kirschlorbeer, Melia, Schinus, Eichen, Rhamnus, echter Lorber, Bambus, Pampasgras und so weiter plaziert werden. Man kann sie auch gleichzeitig als Benjeshecke nutzen, also alles Stachelige und Äste da hineinlegen. Den Zaun soll man mit Kletterpflanzen aller Art bewachsen lassen (Rosen).
Im Obstgarten sollte man verschiedene Obstarten, frühe und späte Sorten, mischen, Immergrüne und Laubabwerfende, mit Nutzhölzer wie Paulownia, mit gute Mischkulturen-Nachbarn wie die in der Hecke umnd mit 10% Stickstoffsammler. Zwischen de Bäumen kann/soll man Obstbüsche, Zierpflanzen, Bienenpflanzen, mehrjährige Kräuter und andere Nutzpflanzen setzen.
Der Pflanzabstand hängt davon ab, ob man zwischen den Bäumen Gemüse anbauen will, oder Tiere halten möchte. Beides geht auch jedoch nicht gleichzeitig, erfordert aber mehr Zeitplanung und Arbeit. Bei Gemüseanbau sollte der Abstand grösser sein, solcher Art, dass sich die Baumkronen nach 10-20 Jahren nicht berühren. Wenn man hier Tiere freilaufen lassen will, kann der Abstand enger sein, zum Beispiel drei Meter. Auch hier kann man, vor allem in den ersten Jahren, mit wenig Bodenbearbeitung robuste Gemüse, Gründünger- und Tierfutterpflanzen anbauen, während die Tiere in einem anderen umzäunten Bereich frei laufen. Die Bestockung mit Tieren hängt von der Grösse der einzelnen Höfe oder Abteilungen ab und von der Dauer, wie lange man sie da halten kann.
„Unkräuter“ kann man tolerieren, denn sie haben alle eine wichtige Funktion im Biotop. Ich bekämpfe nur die extrem stacheligen wegen der Verletzungsgefahr.
Wenn man da mit dem Traktor durchfahren will, muss der Abstand entsprechend grösser sein. Düngen und Schneiden auf ein absolutes Minimum reduzieren. Spritzen ist in einem solchen Biotop überhaupt nicht nötig. Schäden können durch Vogelfrass und Wanderratten entstehen.

Liebe Grüße, Euer Paul R.

Copyright (C) Paul Rădulescu – alle Rechte vorbehalten.

– 24 – Oktober 2016

Liebe Permakulturfreunde!

Wir hatten nun den heissesten Sommer, seit wir hier leben, meiner Meinung nach. Vom 20. Juni bis zum 8. September 2016 war die Temperatur, mit zwei kurzen Unterbrechungen, stets über 30 Grad Celsius. Im September durchgehend knapp unter 30 Grad hatten wir auch noch nie, und im Oktober, so weit mit 27 Grad, auch eindeutig zu viel. Die Klimaerwärmung ist nicht mehr wegzuleugnen. Der Natur macht das aber hier nicht viel aus. Obst ernteten wir etwa zwei bis vier Wochen früher als üblich und mehr gießen und bewässern musste ich auch nicht. Der Nachteil ist aber, dass die Wälder bei diesen Temperaturen besonders gut brennen und das taten sie auch ausgiebig. Trotz dieser ausgeprägten Trockenheit ist es nicht einfach einen solchen riesigen Waldbrand zu entfachen, auch nicht mit etwas Papier als Hilfsmittel. Mit Zigarettenkippen geht es auch nicht, es sei denn sie fallen ausgerechnet in einer großen Benzinlache, und mit Glasscherben erst recht nicht. Die Polizei scheint der Sache auch schon dahinter gekommen zu sein, dass es IMMER Brandstiftung ist, etliche Verdächtige wurden festgenommen, etc. Es stellt sich bloß die Frage, wer der Nutzniesser dieser Brände eigentlich ist, und ob man zukünftig Gegenmaßnahmen ergreifen wird!
Vielleicht wegen der Hitze war der Mehltaubefall stärker als sonst. Wir haben heuer keine Chou-Chous und keine Inkagurke (Caigua, Cyclanthera pedata). Vergangenes Jahr hatten wir sehr viele Oliven, heuer gar keine. Wie gut, dass wir letztes Jahr so viele eingeweckt haben, dass sie uns für die nächsten zwei Jahre reichen. Winzer beklagen eine 20% geringere Weintraubenernte, ich einen 100% Verlust. Ich habe keine Erklärung dafür. Die Winzergenossenschaft dagegen begründet die Verluste mit dem Wetter zur Blütezeit. Aber das Wetter war in Ordnung, mindestens hier in der Algarve. Es war weder zu heiß noch zu kalt, weder zu windig noch zu verregnet.
Auch Avocados werden wir sehr wenige ernten. Zur Blütezeit waren sie so voll wie noch nie, aber dann sind die kleinen Früchte abgefallen, wahrscheinlich wegen der Trockenheit. Die Baumtomaten werden nicht rot sondern bleiben gelb-orange, bis sie reif sind.
Zu meiner Frage, warum so wenig Leute gärtnern, habe ich eine interessante Theorie gelesen: es gäbe zwei Menschentypen – Kain und Abel. Die einen sind sesshaft, das sind die Bauern und die Gärtner, die an- und aufbauen. Die anderen sind Nomaden, Händler, Eroberer, Plünderer.
Warum lebe ich auf dem Land und gärtnere seit 25 Jahren? Weil es mir Spass macht! Es ist eine vielseitige, kreative, naturverbundene, gesunde Tätigkeit und Beschäftigung. Aber auch weil mich die Selbstversorgung mit Lebensmitteln und anderem befriedigt und ich dadurch eine gewisse Selbstbestimmung, Selbstständigkeit und Freiheit erleben kann. Und auch weil das das einzige Konkrete ist, was ich gegen die globale Plünderung, Verwüstung und Wertezerstörung machen kann (jeder kann übrigens etwas dagegen tun, sei’s auch nur innerhalb seiner vier Wände).
Meine Arbeit hat nicht als Ziel den Gelderwerb. Das ist mir auch schon vorgeworfen worden. Das habe ich von Anfang an nicht geplant. Man kann mit dem System, mit der Methode der Permakultur schon Geld verdienen, daran liegt es nicht. Hätte ich das beabsichtigt, dann hätte ich mein Grundstück ganz anders planen und aufbauen müssen. Das wäre ohne Weiteres möglich gewesen.
Was werden wir tun, wenn wir körperlich nicht mehr in der Lage sein werden, uns mit unserem hochwertigen Bioobst und -gemüse versorgen zu können? Ich werde versuchen, so lange wie möglich, auf unserem Grundstück zu verharren und so lange ich kann zu gärtnern, sei’s auch nur auf ein paar Quadratmeter oder im Rollstuhl. Die Fläche, die wir nicht mehr bearbeiten werden, wird schnell verwildern. Das würde mich nicht stören. Ich hoffe allerdings, dass uns der hohe Anteil an hochwertigen Nahrungsmittel in unserer Ernährung lange gesund halten wird.
Habe neulich das nette Büchlein „Das Indianerbeet“ von N. Fassman mit Freude gelesen. Ich praktiziere den Anbau der drei Schwestern schon seit 30 Jahren und möchte meine Erfahrung bei dieser Gelegenheit weitergeben. Ich habe verschiedene Varianten ausprobiert und fand sie alle gleich gut.
Zuerst habe ich ebenerdig zwei-drei Maiskörner und sieben Stangenbohnen drumherum gesät und das alle 50-60 cm., und dazwischen alle 1.5 Meter Kürbissamen oder Melonen angelegt. Da die Melonen nie etwas wurden, habe ich sie auch nicht mehr gesät. Dann habe ich einige Jahre lang eine Reihe Buschbohnen mit einer Reihe Mais und dazwischen Kürbisse angelegt. In den Reihen entstanden Lücken, weil die Keimlinge von Schnecken und Vögel gefressen wurden. Zwei Jahre lang habe ich Stangenbohnen an 2.5 Meter hohe Tipistangen hochwachsen lassen, drumherum Mais und dazwischen wieder alle 1.5 Meter Kürbisse gesät. Der Wind warf die Tipis um. Sie müssen mit Zeltheringen oder Ähnlichem fest verankert werden. In den letzten Jahren praktizierte ich die Reihensaat. Die Stangenbohnen müssen vor dem Mais gesät werden, weil sie im Hochsommer keine Schoten ansetzen. Die haben dann im Frühling den Maispflänzchen gegenüber einen grossen Vorsprung und brauchen Stecken oder Stäbe an denen sie hochklettern können. Oft sind die Maispflanzen nur ein Meter hoch, was den Bohnen nicht ausreicht. Die Buschbohnen kann ich gleichzeitig mit Mais und Kürbis aussäen. Auf kleine Hügel, wie es die Indianer machen, kann ich nichts aussäen oder pflanzen, weil beim manuellen Giessen mit einem Schlauch diese Hügelchen schnell weggeschwemmt werden. Im Gegenteil, man muss in die Tiefe gehen, also Krater machen, die das Wasser länger halten. Für die Kürbisse mache ich ein Loch von circa 20-30 Liter Volumen und fülle es mit Kompost aus, weil ich jetzt genug davon habe. Ich pflanze auch Süsskartoffeln dazwischen, weil dadurch die Erntezeit des Beetes verlängert wird. Die Buschbohnen sind im Juni/Juli reif, der Mais im Juli/August, die Kürbisse im August/September und die Süsskartoffeln ab Ende September, können aber auch den ganzen Winter über in der Erde bleiben. Dazwischen pflanze ich auch Tagetes, Zinnien, Kosmeen und Ringelblumen oder Kräuter, die ich Töpfe vorziehe. Heuer habe ich endlich so viele Samen, dass ich Tagetes und Zinnien nächstes Jahr grosszügig direkt, über alle hinweg, ins Beet säen kann. An der Nordseite dieser Beete habe ich oft Sonnenblumen, Artischocken, Topinambur, Tomaten oder Peperoni. Wenn man den Reihenabstand vergrössert, kann man eine Reihe Kohlrabi, Salat oder Rüben pflanzen. Das setzt ein gutes Timing voraus, damit man alle Pflanzen und Samen gleichzeitig, in einem Arbeitsgang, in den Boden bringt und dann das Beet nicht mehr betritt.
Eine weitere Variante habe ich noch nicht ausprobiert: runde Beete, in der Mitte anstatt des Tipis ein grosses Loch voll Kompost für vier-fünf Kürbispflanzen, drumherum im Kreis Mais und Bohnen in derselben Reihe und eventuell zwischen den Reihen Blumen und/oder Gemüse.
Bei der Vorbereitung des Beetes bringen wir viel Kompost ein. Der Boden ist immer dick gemulcht. Zusätzlich gedüngt habe ich nicht, weil ich es zeitlich nicht mehr schaffe. In meinen Indianerbeeten säen sich dann auch allerhand andere Pflanzen aus, die ich beim Jäten stehen lasse (Physalis, Melde, Speisetagetes, Wunderblume, Tomaten, Kartoffel, Süsskartoffel, Amaranth, einige Grassorten). Gurken pflanze ich in andere Beete, weil sie besser zu kontrollieren sind und täglich gegossen werden müssen. Erbsen wachsen im Winter, können also nicht mit den drei Schwestern gleichzeitig angebaut werden. Soja, Linsen, Kichererbsen oder Dahlien (mit essbarem Knollen) anstatt Bohnen habe ich noch nicht versucht, weil diese vier hier bei mir relativ schlecht wachsen.
Es gibt bestimmt auch noch weitere Varianten der drei Schwestern, ich kann nur empfehlen, sie auszuprobieren und die beste Mischung auf eurem Standort weiterhin anzubauen.
Viel Spass und Erfolg und

Liebe Grüße, Euer Paul R.

Copyright (C) Paul Rădulescu – alle Rechte vorbehalten.

– 25 – Januar 2017

Liebe Permakulturfreunde!

Warum praktizieren so wenig Menschen Permakultur? Vielleicht, weil es eine neue Art zu denken, planen, überlegen, auch vielseitige Kenntnisse und eine andere Lebensweise erfordert. Ist das zu viel verlangt? Permakultur ist keine Liste von Tricks und Techniken. Auch muss es nicht unbedingt „bio“ sein. Es ist eine allumfassende, ökologische, nachhaltige Art die Umwelt,
ohne sie zu zerstören, zu unserem Vorteil zu verändern. Wir bereichern das vorhandene, meist verarmte oder zerstörte, Biotop. Wenn man es richtig macht, braucht man nie Insektizide, Pestizide und chemische Düngemittel anzuwenden. Das „Bio“ ergibt sich dann von selbst. Ich habe nie irgendwelche Gifte angewendet! Es war schlicht und einfach nicht nötig!
Bei einem Permakultur-Workshop habe ich wieder beobachten können, dass sich jeder etwas anderes unter Permakultur vorstellt. Es fehlt viel konkretes, praktisches Wissen (z.B. über Mischkultur, Fruchtwechsel, Kompostierung, ökologische Zusammenhänge), es fehlt am Wissen über die Lebensart eines praktizierenden Naturfreundes, es fehlt das Bewusstsein, selbst Teil eines größeren Biotops zu sein, es fehlt das Vermögen das eigene vorhandene Umfeld oder Grundstück zu einem ökologisch-permakulturistischen Konzept oder Plan umzuändern. Die selbsternannten Permakulturakademien haben in keinster Weise bisher diese Probleme beseitigt. Sie produzieren zwar Massen von Permakulturdesignern, die aber alle keine Aufträge bekommen.
Immer wieder fragen uns Bekannte, Verwandte, Freunde, ob es uns hier nicht langweilig wird, vor allem ohne ein Schwimmbad, ob wir nicht einsam und isoliert hier leben, ob wir keine Angst vor Einbrüchen und Überfällen haben. Wir machten beide im Dezember gleichzeitig eine Grippe durch, während der wir am liebsten eine Woche lang bloß im Bett geblieben wären. Jedoch hat es gleichzeitig im Wohnzimmer geregnet und ein Maurer musste kommen, ein Regenrohr war – auch gleichzeitig – verstopft und musste repariert werden, die Hauspumpe streikte also hatten wir kein Wasser im Haus, so dass ein Elektriker gerufen wurde. Nachbarn baten uns sie zum Flughafen zu fahren und unser Hausrechner ging für fünf Tage ebenfalls kaputt und hat auch umgehend repariert werden müssen. Auch mussten wir nicht nur uns selber sondern auch die Tiere noch versorgen … Also uns war es ganz sicher nicht langweilig. Das ist der normale Alltag hier. Nicht einmal wenn man will, kann man sich langweilen oder einfach drei Tage krank machen …
In der portugiesischen Zeitschrift „Jardins“ hat eine Journalistin auch beobachtet, dass sich das Klima verändert hat. Es freut mich immer, wenn andere meine eigenen Eindrücke bestätigen.
Die Leucaenas haben wir dieses Jahr drei bzw. vier Mal schneiden müssen, sont reichte es bisher immer zwei Mal.
Es hat schon 27 cm. geregnet, also die Hälfte der durchschnittlichen Jahresmenge. Alle unsere Zisternen, Behälter, Kanister, und Flaschen sind voll.
Wir hatten 2015 die drittgrößte Olivenernte seit 75 Jahren, dafür heuer fast keine! Auch die Weintraubenernte war minimal. Dieses extreme Auf-und-Ab kann niemand erklären.
Für die Granatäpfel haben wir eine entsprechende Presse besorgt, die besser geeignet ist.
Im Oktober haben wir dummerweise ausserhalb der Saison eine Wassermelone gekauft. Sie hatte keine Kerne (!) und schmeckte derart schlecht, dass wir sie den Hühnern geben mussten. Ähnliches erlebten wir mit Kartoffeln vom Supermarkt, die nicht einmal die Hühner noch fressen mochten, die ansonsten alles fressen … Eine solche Landwirtschaft gehort abgeschafft!
Wieder haben wir zwei vertrocknete Bäume gefällt und die Hecke weiter stark zurückgeschnitten. Somit ist jetzt die Hecke um das gesamte Grundstück fertig. Sie hat viel Mulch und Brennholz gebracht. Auch wenn jetzt mehr Platz und Licht geschaffen wurden, werde ich diese Stellen nicht neu bepflanzen oder irgendwie nutzen, denn unsere Arbeitskraft reicht dazu nicht mehr aus. Ich überlasse diese Stellen ihrer natürlichen Sukzession.
Brokkoli und Blumenkohl, die vor 12 Monaten gepflanzt habe, bringen jetzt bereits die dritte Ernte. Ich habe sie den ganzen Sommer lang gegossen, was vielleicht nicht wirtschatflich war. Wollte bloß sehen, wie sie sich weiterentwickeln. Im Sommer sind sie kaum gewachsen, sie hätten mehr Wasser bekommen sollen. Dann, nach dem ersten Regen, habe ich mit einer starken Jauche gedüngt und sie sind weiter gewachsen.
Die große Monstera deliciosa (die älteste, die wir haben) hat das erste Mal im Dezember wunderbare Früchte ausgereift. Im April/Mai schmecken sie aber besser.
In den Hühnerhöfen habe ich im Oktober, nach dem ersten Regen, eine Mischung von Getreide, Kleearten, Sorgho, Gemüsearten und Anderes ausgesät. Es wächst sehr gut, auch ohne Bewässerung. Innerhalb der nächsten Tagen werden die Hühner wieder in einen anderen Hof umgesiedelt (alle drei Monate).
Wir haben wieder eine Fuhre Kompost und eine Fuhre groben Sand gekauft. Der Kompost stammt aus der Kompostierungsanlage. Freunde von uns bestehen darauf nur biologischen Kompost haben zu wollen. Diesen bekommt man aber nirgends. Mir wäre er auch lieber, aber bevor ich gar keinen habe, nehme ich halt den Nicht-Bio-Kompost. Ich verdächtige, dass das auch wieder nur eine Ausrede ist, um nichts im Garten anbauen zu müssen.
In meiner Kompostbox, aus der wir jetzt den Kompost entnehmen können, sind Parasolpilze gewachsen. In der nächsten Box ist aber der Kompost auch schon reif. Die dritte Box wird wahrscheinlich in zwei-drei Monaten auch schon reifen Kompost haben.
Wieder haben uns die Wildschweine eine gewisse Fläche umgegraben, die ich sogleich mit Saubohnen eingesät habe. In einem Gemüsebeet haben sie auch tief gebuddelt, dabei jedoch Reste von Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln und Blattgemnüse stehen gelassen. Seltsam! Was suchen sie? Sie haben also eigentlich keinen Schaden als solchen angerichtet! Eine unserer Hündinnen buddelt auch sehr oft in den Beeten – sie hinterläßt mehr Schäden als die Wildschweine …
Ich werde einige aktuelle Fotos (das Datum auf den Bildern stimmt nicht) hier anhängen. Das mache ich ungerne, denn man kann das System nicht erkennen. Jetzt herrscht der Sauerklee vor und verdeckt die Kulturpflanzen. Dieser wird von Jahr zu Jahr höher und dichter, ein Zeichen, dass der Boden besser wird.
Für direkte Fragen hier meine e-post Adresse: sauer.radu@gmail.com

Liebe Grüße, Euer Paul R.

Copyright (C) Paul Rădulescu – alle Rechte vorbehalten.

– 26 – April 2017

Liebe Permakulturfreunde!

Immer wieder stelle ich fest, dass Besucher keine Ahnung von Permakultur, von Gartenarbeit, von Pflanzen, von Ökologie u.s.w. haben. Keiner hat sich die Mühe gemacht, ein Buch über Pemakultur zu lesen oder gar zu studieren. Ihre Informatiomn stammt aus dem Internet, wo sie einige hübsche Sachen sehen und dann meinen sie schon Bescheid zu wissen. Die Definition, die Bill Mollison betreff „Was ist Permakultur?“ gibt (in „Handbuch der Permakultur Gestaltung“, Seite 11 und 87) ist eigentlich klar und verständlich und danach halte ich mich. Auch die Funktion des Permakultur-Designers ist in „Permakultur konkret“ (Seite 32) sehr klar beschrieben. Die Bücher vpn Mollison, Fukuoka, Holzer u.a. sind sehr inspirierend für mich. Ich lese sie immer wieder und überdenke jedesmal, ob ich alle Möglichkeiten und Ressourcen ausgeschöpft habe, die ich auf unserem Grundstück vorfinde. Zum Beispiel: Wir speichern Energie mit Sonnenkollektoren, in Wasserbehälter, mit Biomasse 8Brennholz, Kompost, Mulch) und Steine. Was wäre noch möglich?
Mulch haben wir nie genug. Wir haben 12-15 Strohballen gekauft für die Hühnerhöfe und zum Mulchen der Beete. Einer Nachbarin haben wir beim Roden geholfen, was uns 55 Bananenkartons Mulch und etwa 36 Kartons Brennholz erbracht hat. Wir könnten immer noch Mulch brauchen!
Kritiker fragen uns immer wieder , ob sich das alles lohnt, und wenn sie hören, dass wir monatlich etwa 400,- Euro für den Hof ausgeben und viel weniger einnehmen, dann fallen sie in Ohnmacht. Zum Ertrag rechne ich allerdings nicht nur Eier, Obst und Gemüse, die eine sehr hohe Qualität haben (wie soll man diese in Geld umrechnen??), sondern auch Produkte wie Brennholz, Mulch, Dünger, die Bodenverbesserung, ästhetische Werte, Freude und Spass und viel Sauerstoff, den unsere Bäume ausscheiden. Ob wir mit dem allen immer noch in roten Zahlen liegen ist mir eigentlich egal. Ich finde diese Art zu leben richtig, nicht nur für mich, sondern auch für die Umwelt, für den Planeten. Wir bieten für viele Lebewesen eine Lebensgrundlage. Für die Hummel beispielsweise habe ich aus Arundo donax Rohrbündel angefertigt, in denen sie jetzt im Frühjahr ihre Eier legen.
Wir ernten sehr viel und machen uns nicht die Mühe, diesen Wert in Geld umzurechnen. In den letzten Monaten waren es Kartoffeln, Süsskartoffeln, Maniok, Yams, Zwiebel, Schalotten, Radies, Radiesschen, Schwarze Rüben, Gelbwurz, Ingwer, Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl, Salate, Mangold, Sauerampfer, Blattsellerie, Feldsalat, Neuseel, Spinat, Brennesseln, Auberginen, Tomaten, Peperoni, Glockenpaprika, Pilze, Saubohnen, Erbsen, Kräuter (Küchenkräuter und medizinische). Wir haben immer noch Kürbisse und an weiterem Obst Zitrusse, Avocado, Opuntienfeigen, das erste Mal kleine Annonen und so weiter und so fort.
Heuer hatten wir hier – für mich das erste Mal – Schneefall ein paar Sekunden lang. Es ist nichts liegen geblieben. Und zwei Mal hatten wir Saharastaub.
Gesät und gepflanzt haben wir wie immer die aktuellen Gewächse. Ebenso sind die laufenden Tätigkeiten wie immer ausgeführt worden.
Viel Spass und Freude bei der Arbeit, beim Ernten und Essen wünsche ich Euch allen

Liebe Grüße, Euer Paul R.

Copyright (C) Paul Rădulescu – alle Rechte vorbehalten.

– 27 – August 2017

Liebe Permakulturfreunde!

In den letzten vier Monaten hat sich eine Menge ereignet.
Wir haben wieder eine starke Avocadoblüte verzeichnet, aber, wie letztes Jahr auch, fallen viele kleine Früchte ab. Die Olivenblüte war auch üppig. Jupiter in der Waage? Die Pfade sind wieder zugewachsen, so dass wir Pfade und Baumscheiben mit der Motorsense mähen mussten. Manuell, mit einer Sichel, hätte das viel zu lange gedauert. Wir müssen auch ständig Büsche und Bäume schneiden oder roden und dann zu Mulch und Brennholz verarbeiten. Mulch haben wir nie genug. Bei einer Neuplanung soll man deshalb etwa 30% der Fläche zur Produktion von Mulch miteinplanen. Später, nach einigen Jahren, wenn die jungen Bäume beschnitten werden, kann man diese Fläche Jahr für Jahr reduzieren.
Diesen Winter konnte ich nicht alle Beeten bearbeiten. Einige haben wir als Brache ruhen lassen. Die Anbaufläche haben wir diesmal natürlich nicht erweitern können.
Die alten Mandelsorten, die ich im Januar direkt an Ort und Stelle gesät habe, sind, wie erwartet, nichts geworden (ohne Bewässerung). Es war zu spät: man muss im september/Oktober säen. Jene, die ich in die Töpfe gesät habe, sind 30 cm. groß geworden und werden im Herbst ausgepflanzt.
Die Wildschweine haben sich scheinbar auch maßlos vermehrt. Sie sind viele Male in unserem Garten eingebrochen. Allerdings richteten sie keinen großen Schaden an, denn sie haben nichts gefressen, was eigentlich eine Delikatesse für sie sein müsste (keine Kartoffel, Zwiebel, Karotten, nichts Grünes, kein Obst, keine tote Amsel). Dafür aber drehten und verschoben sie sämtliche Randsteine um, um an die Assel, Würmer und Käfer heranzukommen, die darunter wohnen. Dadurch haben sie ein bißchen den Garten chaotisiert. Nichts konnte sie abwehren: verschwitze Hemden, Unterhosen, Naphtalin, Hundehaare, Urin, etc.
Den letzten Kürbis von 2016 haben wir am 10.7. gegessen. Er war noch geniessbar. Endlich hatten wir heuer viele Maulbeeren, das heisst, die Vögel haben viele übrig gelassen. Sie waren aber alle sauer, genau so wie die Aprikosen. Sie reifen einfach zu früh, um süss werden zu können. Bekannte von uns haben eine andere Sorte Maulbeeren, die sechs Wochen später reifen. Diese haben ausgezeichnet geschmeckt, süss und aromatisch.
Die Pergola am Haus hängt das erste Mal voller Trauben. Sie habe ich das vor 26 Jahren geplant! Manche Sachen dauern eben etwas länger …
Immer wieder habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Gemüse hier, auch im Sommer, volle Sonne braucht, um gut zu wachsen. Wenn sie nur 3-5 Stunden Sonne haben, bleiben sie im Wachstum zurück und bringen keine oder nur schlechte Erträge. Ich kann das nicht verstehen, denn in Deutschland ist es beispielsweise oft tagelang bewölkt, manchmal sogar wochenlang (während des „bayrischen Monsuns“). Die Sonne kommt nur mittags vielleicht 1-2 Stunden hervor, es ist auch kalt, und trotzdem wächst das Gemüse. Ich stelle auch immer wieder fest, dass mehr Stickstoff und mehr Wasser nötig wären, als ich bisher den Pflanzen angeboten habe. Der Stickstoff kommt nur vom Kompost und von den Stickstoff sammelnden Pflanzen. Das ist für viele zu wenig (Kürbis, Mais, Tomaten, Kohlarten).

Liebe Freunde – ich verabschiede mich von Euch! Dies ist mein letzter Bericht aus dieser Serie. Mein Verleger plant fürs nächste Jahr eine zweite, erweiterte Auflage meines Buches heraus zu bringen. Dann kann der Erfahrungsaustausch gerne weiter gehen.
Meine Frau ist nach kurzer, schwerer Kranheit gestorben und das wird mein Leben drastisch verändern. Die Gemüseproduktion werde ich aufgeben, weil diese für mich alleine keinen Sinn hat und ich werde den Garten an jüngere Interessenten abgeben.

Liebe Grüße, Euer Paul R.

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2 Comments

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